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Gegen Rentenreform: Sozialverbände kritisieren Von der Leyens Rentenpläne

Gegen Rentenreform

Sozialverbände kritisieren Von der Leyens Rentenpläne

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    dpa
    dpa Foto: Andreas Gebert

    Bundesarbeitsministerin Ursula von  der Leyen (CDU) hat ihre umstrittenen Pläne zur Einführung einer  Zuschussrente für Geringverdiener verteidigt. "Die eigene Rente  muss der Lohn für die eigene Lebensleistung bleiben", sagte von der  Leyen am Donnerstag im Bundestag. Ihre Pläne stoßen auch innerhalb  der Union auf Widerstand.

    Frauen, die Kinder erzogen hätten, und Geringverdiener fragten  sich zu Recht, ob sie am Ende eine eigene Rente hätten, sagte von  der Leyen in der Haushaltsdebatte. "An diese Schwachstelle müssen  wir ran." Deshalb werde sie in dem anstehenden Rentendialog  vorschlagen, eine Zuschussrente einzuführen. Die Botschaft der  Reform müsse sein, dass Arbeit sich lohne und private Vorsorge sich  in diesem Fall zusätzlich auszahle.

    Zuschussrente soll Geringverdienern helfen - Haderthauer zweifelt

    Durch die Zuschussrente sollen die Altersbezüge von  Geringverdienern auf 850 Euro steigen. Voraussetzung soll eine  45-jährige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung  sein, bei der aber Schuljahre ab dem 17. Lebensjahr, Ausbildung-,  Studien- und Krankheitszeiten sowie Phasen von Arbeitslosigkeit und  Schwangerschaft angerechnet werden. Zugleich sollen 35  Pflichtbeitragsjahre nachgewiesen werden müssen. Für Menschen, die  schon bald in Rente gehen, sollen zunächst kürzere Pflichtzeiten  gelten. Weitere Voraussetzung ist eine private Altersvorsorge wie  die Riester-Rente.

    Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) äußerte  Bedenken gegen die Pläne. "Wenn wir hier zu kurz springen mit der  Mindestrente und zu hohe Hürden aufbauen, dann müssen es letztlich  unsere Kinder dann wieder über die Steuern regulieren", sagte  Haderthauer im Deutschlandradio Kultur. Die vorgesehenen 45 Jahre  Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung "finden wir  heute in den wenigsten Erwerbsbiografien als durchgängige  Vollzeiterwerbstätigkeit."

    Sozialverbände kritisieren geplante Rentenreform

    Sozialverbände erneuerten ihre Kritik an der geplanten  Zuschussrente. Die Bedingungen seien so eng gefasst, dass kaum  jemand einen Anspruch habe, sagte der Hauptgeschäftsführer des  Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, im RBB. Von der  Leyen wisse genau, wer 45 Jahre eingezahlt habe und Eigenvorsorge  getroffen habe, brauche ihre 850 Euro nicht. "Es ist eine  politische Nebelkerze, die da gerade abgefackelt wird", sagte  Schneider. Der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler kritisierte,  das Problem der Altersarmut werde nicht mit Rentenzuschüssen  gelöst. Wer heute kein existenzsicherndes Einkommen habe, werde  später auch keine Rente erhalten, die zum Leben reiche. Ein  Mindestlohn von 8,50 Euro wäre ein erster Lösungsansatz, erklärte  Stadler.

    Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt forderte, die Rentenpläne  nicht über Beiträge zu finanzieren. "Die geplante Zuschussrente  kann eine sinnvolle Ergänzung des Rentensystems sein, wenn die  Finanzierung nicht über Beiträge, sondern aus Steuermitteln  erfolgt", erklärte Hundt. Die Beitragszahler dürften nicht für die  Finanzierung von Rentenleistungen herangezogen werden, die  unabhängig von der Höhe der gezahlten Beiträge erbracht würden. AFP/AZ

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