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Atomkraftwerk Fukushima: Strahlung zu hoch für Personal

Atomkraftwerk Fukushima

Strahlung zu hoch für Personal

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    Im Atomkraftwerk Fukushima gibt es immer wieder Explosionen. Jetzt ist die Strahlung zu hoch. Mitarbeiter können nicht mehr in den Kontrollraum des Reaktors. Google/DigitalGlobe dpa
    Im Atomkraftwerk Fukushima gibt es immer wieder Explosionen. Jetzt ist die Strahlung zu hoch. Mitarbeiter können nicht mehr in den Kontrollraum des Reaktors. Google/DigitalGlobe dpa

    Die Strahlung im japanischen Kernkraftwerk in Fukushima ist weiter gestiegen. Die gemessenen Werte seien so hoch, dass das Personal nicht weiter in den Kontrollräumen des Reaktors bleiben könne,  berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

    Mit der vierten Explosion in dem  japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat sich die Lage am Dienstag  möglicherweise dramatisch zugespitzt. Durch die Explosion könnte  zum ersten Mal die innere Schutzhülle eines Reaktors beschädigt  worden sein. Die Regierung in Tokio räumte erstmals einen  "beträchtlichen" Anstieg der Strahlung um die Anlage ein.

    Japan: Retter geben nicht aufZwischen 06.00 und 06.15 Uhr am Dienstagmorgen (Ortszeit)  ereignete sich zunächst in Reaktor 2 eine "große Explosion", wie  der Akw-Betreiber Tepco mitteilte. Unklarheit herrschte, ob dabei  erstmals der Schutzmantel eines der insgesamt sechs Reaktoren in  Fukushima 1 beschädigt wurde. Während die Regierung zunächst  mitteilte, dies sei offenbar geschehen, erklärte die Behörde für  Atomsicherheit, anscheinend gebe es doch keine Löcher in der  Schutzhülle. Später hieß es, die Frage werde noch untersucht.

    Eine Beschädigung dieser Eindämmung kann durch eine Kernschmelze  verursacht werden, bei der die Brennstäbe schmelzen und sich die  glühende Masse durch die Stahlhülle des Schutzmantels frisst. Dann  besteht die Gefahr, dass erhebliche Mengen Radioaktivität  entweichen. Je nach Windrichtung könnte dies auch eine Katastrophe  für den Großraum Tokio bedeuten, wo 35 Millionen Menschen leben.  Allerdings drehte der Wind am Dienstag nach UN-Angaben in Richtung  Meer. Im 250 Kilometer entfernten Tokio wurden nach Angaben der  Stadtverwaltung leicht erhöhte Strahlenwerte festgestellt, die die  menschliche Gesundheit aber nicht beeinträchtigten.

    Später ereignete sich im Reaktor 4 der Atomanlage eine  Explosion, die ein Feuer auslöste. "Ein Brand ist in Reaktor 4  ausgebrochen und die Strahlung ist beträchtlich gestiegen", sagte  Regierungschef Naoto Kan im Fernsehen. Die Regierung bitte deshalb  alle Menschen, die bis zu 30 Kilometer von der Anlage entfernt  wohnten, in ihren Häusern zu bleiben. Am Samstag hatte die  Regierung deshalb bereits mehr als 200.000 Menschen aufgefordert,  einen Bereich von 20 Kilometer um das Kraftwerk zu verlassen.  Regierungssprecher Yukio Edano erklärte, mit ausgetretenem  Wasserstoff seien radioaktive Substanzen in die Atmosphäre gelangt.  "Anders als das, was bisher passiert ist, gibt es keinen Zweifel,  dass das erreichte Niveau die menschliche Gesundheit  beeinträchtigen kann."

    Fukushima: weitere Explosion und FeuerLaut Tepco wurde der Brand später mit Hilfe von US-Soldaten  gelöscht. Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde  (IAEA) in Wien brach das Feuer in einem Lager für benutzte  Brennelemente aus. Der Reaktor 4 war schon vor der  Erdbebenkatastrophe vom Freitag für Wartungsarbeiten stillgelegt  worden.

    Im Atomkraftwerk Fukushima 1 kämpfen Techniker seit der Erdbeben-  und Tsunami-Katastrophe vom Freitag mit allen Mitteln darum, eine  Kernschmelze zu verhindern. Infolge der Naturkatastrophe waren  Kühlsysteme in der Atomanlage ausgefallen, was eine Kernschmelze  befürchten ließ. Am Samstag hatte sich eine erste Explosion in  Reaktor 1 ereignet, wodurch das umgebende Gebäude zerstört wurde.  Am Montag gab es dann zwei Detonationen in Reaktor 3. In allen  Fällen hatten die Stahlummantelungen der Brennstäbe Behördenangaben  zufolge standgehalten. Regierungschef Kan kritisierte laut der  Nachrichtenagentur Kyodo scharf die Informationspolitik des  Betreibers Tepco.

    Die offizielle Opferzahl durch das schwerste Erdbeben in Japans  Geschichte stieg auf 2414, wie die Polizei mitteilte. Tausende  Menschen gelten aber noch als vermisst, viele werden unter  Trümmermassen vermutet, die von einer vom Meer kommenden zehn Meter  hohen Flutwelle bis weit ins Landesinnere hinterlassen wurden.

    Am Dienstag wurden laut dem Fernsehsender NHK zwei Überlebende  geborgen, eine 70 Jahre alte Frau und ein etwa 20-jähriger Mann.  Die Chancen, in dem Gebiet noch Überlebende zu finden, waren vier  Tage nach dem Beben und dem folgenden Tsunami vom Freitag erheblich  gesunken. Das Technische Hilfswerk (THW) hatte eine Rettungsmission  am Dienstag eingestellt.

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