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Präsidentschaftskandidatur: USA: Republikaner Herman Cain wirft hin

Präsidentschaftskandidatur

USA: Republikaner Herman Cain wirft hin

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    Herman Cain hat im Rennen um die republikanische US-Präsidentschaftskandidatur das Handtuch geworfen. Foto: Roy Dabner/Archiv dpa
    Herman Cain hat im Rennen um die republikanische US-Präsidentschaftskandidatur das Handtuch geworfen. Foto: Roy Dabner/Archiv dpa

    Trotzig ist der republikanische Präsidentschaftsbewerber Herman Cain  am Samstag ans Redepult getreten. Die gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen sexueller Verfehlungen seien "falsch und unbewiesen", rief er seinen Zuschauern entgegen. Sie hätten seine Familie und insbesondere seine Frau verletzt und ihn daran gehindert, seine politische Botschaft unter die Menschen zu bringen. Dann verkündete er auf der Einweihungsparty für seine neue Wahlkampfzentrale in Atlanta im US-Staat Georgia das Ende seiner Wahlkampagne.

    "Von heute an, nach vielen Gebeten und ausgiebiger Gewissensprüfung, setze ich meine Präsidentschaftsbewerbung wegen der anhaltenden Ablenkungen und dem damit verbundenen anhaltenden Schmerz für meine Familie aus", sagte der erschöpft wirkende Cain. Einen Monat vor der wichtigen Vorwahl im US-Staat Iowa kommt das einem Rückzug gleich.

    Damit endet ein Wahlkampftheater, das selbst für einen Kandidaten bizarr war, der mit populistischen Forderungen punktete und davon lebte, dass er unkonventionell daherkam. Die Eignung des ehemaligen Leiters einer Fast-Food-Kette als Präsidentschaftsbewerber wurde allerdings bereits infrage gestellt, als er bei Fragen zur Abtreibung und zu Libyen patzte.

    Schließlich wurden mehrere Fälle bekannt, in denen er Frauen unangebracht sexuell nahegekommen sein soll. Als in der vergangenen Woche noch eine Frau an die Öffentlichkeit trat und sagte, sie habe über zehn Jahre lang eine außereheliche Beziehung mit ihm geführt, schien das Fass überzulaufen.

    Herman Cain:  "Ich bin im Reinen mit Gott"

    "Ich bin im Reinen mit Gott. Ich bin im Reinen mit meiner Frau. Und sie ist im Reinen mit mir", sagte Cain. "Ich habe viele Fehler gemacht in meinem Leben. Jeder hat das. Ich habe berufliche, persönliche Fehler gemacht und als Kandidat in der Art und Weise wie ich meinen Wahlkampf geführt habe. Ich übernehme die Verantwortung für die Fehler, die ich gemacht habe und ich war der Allererste, der die Fehler eingestanden hat", sagte er.

    Mit den Skandalen stürzten in den vergangenen Wochen auch Cains Umfragewerte in den Keller. Laut einem am Freitag veröffentlichten Umfrageergebnis unter registrierten Vorwählern in Des Moines, der Hauptstadt von Iowa, kam er lediglich noch auf acht Prozent. Vor einem Monat lag er bei 23 Prozent und galt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten.

    Der größte Profiteur von Cains Rückzug dürfte der ehemalige republikanische Präsident des Repräsentantenhauses Newt Gingrich sein. Es sieht immer mehr danach aus, als würde die Kür eines Herausforderers von Präsident Barack Obama ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Gingrich und dem ehemaligen Gouverneur des Staats Massachusetts, Mitt Romney.

    Mit der Politik hat Cain aber noch nicht per se abgeschlossen. Zukünftig wolle er von außen Einfluss auf die Politik in Washington nehmen. "Ich werde nicht still sein und ich werde nicht weggehen", sagte er. AZ, dapd

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