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Abhörskandal: Vor Murdoch-Anhörung: Rücktrittsforderungen an Premier Cameron

Abhörskandal

Vor Murdoch-Anhörung: Rücktrittsforderungen an Premier Cameron

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    Der britische Abhörskandal bringt Großbritanniens Premierminister David Cameron mehr und mehr in die Bredouille.
    Der britische Abhörskandal bringt Großbritanniens Premierminister David Cameron mehr und mehr in die Bredouille. Foto: Archivfoto, dpa

    Erste Rücktrittsforderungen an Premierminister David Cameron sind vor der mit Spannung erwarteten Anhörung Rupert Murdochs laut geworden. "Wann tut der zwielichtige Dave endlich das, was sich gehört, und tritt zurück?", sagte der Parlamentarier Dennis Skinner von der oppositionellen Labour-Partei. Sein Parteifreund Gerald Kaufman fragte: "Sollte der Premierminister nicht seine Position überdenken?"

    Auch aus seiner eigenen konservativen Partei wurde Kritik am Premierminister laut, weil er trotz der Affäre seine geplante Reise nach Südafrika antrat. Der Regierungschef musste den Besuch nun verkürzen und sollte bereits am Dienstagnachmittag nach London zurückkehren. An diesem Mittwoch will er im Parlament sprechen. Die Parlamentsferien wurden eigens um einen Tag hinausgezögert. Einen Tag zuvor hatte Innenministerin Theresa May für Cameron in die Bresche springen müssen.

    27 Begegnungen mit Murdoch-Managern in nur 15 Monaten

    Cameron geriet am Dienstag zudem unter Druck, als bekannt wurde, dass die vorübergehend festgenommene Murdoch-Managerin Rebekah Brooks als Gast bei seinem Geburtstag im vergangenen Oktober war. Dies war die 27. Begegnung Camerons mit Murdoch-Managern in nur 15 Monaten Amtszeit. Die Geburtstagseinladung war von der Downing Street zunächst verschwiegen worden.

    Rebekah Brooks, die am Dienstag ebenfalls vor dem Medienausschuss des britischen Unterhauses aussagen soll, war von 2000 bis 2003 Chefredakteurin des inzwischen eingestellten Blatts "News of the World". Dessen Reporter hatten die Telefone von insgesamt 4.000 Prominenten, Verbrechensopfern, Hinterbliebenen und Soldatenwitwen illegal abgehört.

    Bereits am Montag war Cameron von Paul Stephenson, dem inzwischen zurückgetretenen Scotland-Yard-Chefs, in Bedrängnis gebracht worden. Stephenson hatte seinen Rücktritt damit begründet, dass er den stellvertretenden Chefredakteur der Skandalzeitung "News of the World", Neil Wallis, als Medienberater eingestellt hat. Cameron hatte mit Andy Coulson sogar dessen Chef als Regierungssprecher eingestellt, obwohl dieser bereits als Chefredakteur wegen der Affäre zurückgetreten war.

    Hauptbelastungszeuge Hoare tot aufgefunden

    Am Montag starb überraschend der Hauptbelastungszeuge gegen Coulson. Der Journalist Sean Hoare wurde tot in seiner Wohnung gefunden. Wie die Polizei in London mitteilte, gebe es derzeit keine Anzeichen für ein Verbrechen. Hoare hatte im vergangenen Jahr in einem Interview gegenüber der US-Zeitung "New York Times" erklärt, Coulson habe vom Anzapfen der Telefone nicht nur gewusst, sondern ihn persönlich sogar angestiftet, "die schwarzen Künste" zu nutzen. dpa/AZ

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