Annegret Kramp-Karrenbauer gilt als eine erfahrene Politikerin, mit einem offenen Ohr für Argumente - auch wenn diese nicht immer auf CDU-Parteilinie liegen. Die Katholikin sieht sich selbst als "unaufgeregte Konservative" ohne Berührungsängste.
Ihre Erfahrung zieht sie aus den langen Jahren am Kabinettstisch des bisherigen Ministerpräsidenten Peter Müller. Von 2000 bis 2004 leitete Kramp-Karrenbauer als erste Innenministerin eines Landes die Behörde, danach stand sie dem Bildungs- und zuletzt dem Sozialressort vor. Die CDU-Landesspitze hatte Müller bereits im Mai an sie abgetreten.
Kramp-Karrenbauer wegen ihrer offenen Art geschätzt
Kramp-Karrenbauer, die im Alter von 18 Jahren in die CDU eintrat, ist im Saarland tief verwurzelt. Nicht nur politische Weggefährten, auch die Koalitionspartner von FDP und Grünen schätzen ihre offene, kommunikative Art. Die Saarländer kürten die verheiratete Mutter von drei Kindern im November in einer Umfrage zur beliebtesten Politikerin.
In der Bundespolitik schwimmt die 48-Jährige, die Rechts- und Politikwissenschaft in Trier und Saarbrücken studierte, bisweilen gegen den Mainstream in der Union - etwa, wenn sie für eine Diskussion über höhere Steuern für Besserverdienende plädiert oder die frühere Entscheidung zur Verlängerung der AKW-Laufzeiten offen einen Fehler nennt. dpa/AZ