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Aussenminister: "Lage sehr ernst": Westerwelle droht Iran mit weiteren Sanktionen

Aussenminister: "Lage sehr ernst"

Westerwelle droht Iran mit weiteren Sanktionen

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    Außenminister Westerwelle warnt vor einer atomaren Bewaffnung des Iran.
    Außenminister Westerwelle warnt vor einer atomaren Bewaffnung des Iran. Foto: dpa

    Außenminister Guido Westerwelle warnt vor einer atomaren Bewaffnung des Iran und droht Teheran mit weiteren Sanktionen. Falls der Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde zeige, dass der Iran erneut an einem Programm für nukleare Waffen arbeite, "werden wir in Europa eine nächste Sanktionsrunde vorbereiten", sagte Westerwelle am Dienstag. Zugleich warnte er vor einem möglichen Militärschlag gegen das Land. Ebenso skeptisch äußerte sich Russlands Präsident Dmitri Medwedew bei seinem Besuch in Berlin.

    Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak schloss unterdessen einen militärischen Angriff gegen das iranische Atomprogramm nicht aus. Barak sagte dem israelischen Rundfunk, er sei skeptisch, ob die internationale Gemeinschaft nach dem neuesten Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wirksame Sanktionen gegen den Iran verhängen werde. Ohne wirklich wirksame Sanktionen sei keine Option vom Tisch. Es wurde erwartet, dass es in dem Bericht auch um den Bau der Atombombe durch den Iran gehen wird. Teheran besteht darauf, dass sein Nuklearprogramm nur der Energieerzeugung, nicht aber dem Bombenbau dient.

    Der Westen zweifelt

    Teheran hat stets beteuert, seine Atomanlagen dienten nur friedlichen Zwecken und nicht dem Bau einer Atombombe. Der Westen bezweifelt das. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) will ihren Bericht zu dem iranischen Programm in Kürze in Wien vorstellen. Bereits vor der Vorstellung des Berichts kam es zu Spannungen. Grund sind Gerüchte, dass die IAEA darin neue Hinweise auf ein iranisches Atomwaffenprogramm vorlegen wird. Vor allem Israel dringt darauf, den Iran in dieser Hinsicht zu stoppen.

    Militärische Lösung näher als diplomatische

    Der israelische Präsident Schimon Peres sagte vor wenigen Tagen, die internationale Gemeinschaft sei im Streit um das iranische Atomprogramm einer militärischen Lösung näher als einer diplomatischen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu soll Medienberichten zufolge schon das Kabinett um Unterstützung für einen Militärschlag gegen den Iran gebeten haben.

    Westerwelle sagte in der ARD, von Diskussionen über militärische Interventionen halte er gar nichts. "Sie werden übrigens das Gegenteil erreichen von dem, was man erreichen möchte." Der FDP-Politiker kündigte weitere Sanktionsrunden an, "für den Fall, dass sich die Dinge weiter zuspitzen sollten". Dies sei das, was derzeit politisch möglich und sinnvoll sei. "Jedenfalls können wir die Gefahr nicht eingehen, dass der Iran sich atomar bewaffnet." Er bezeichnete die Lage als "sehr ernst".

    Medwedew warnte Israel eindringlich vor einem militärischen Vorgehen gegen den Iran. Das Aufbauen eine Drohkulisse könne schwerwiegende Folgen haben und in einen großen Krieg münden, sagte Medwedew am nach einem Gespräch mit Bundespräsident Christian Wulff in Berlin. Medwedew sprach angesichts der großen Spannungen im Nahost von einer überaus gefährlichen Rhetorik Israels. Für den Nahen Osten wäre das eine Katastrophe. Medwedew mahnte zugleich, Teheran müsse seine Zusagen zur friedlichen Nutzung der Kernenergie einhalten.

    IAEA listet Aktivitäten auf

    Die IAEA listete in der Vergangenheit bereits Aktivitäten auf, die ihrer Meinung nach auf ein iranisches Atomwaffenprogramm hindeuten. Der Iran streitet dies ab und beteuert, dass sein Programm ausschließlich friedlichen Zwecken dient. Gestritten wird vor allem auch um die Urananreicherung. Der Iran braucht sie nach eigenen Angaben, um Brennstäbe für seine Reaktoren herzustellen. Im Westen wird aber befürchtet, dass der Iran heimlich auch hochangereichertes Uran produzieren will, das für eine Atombombe gebraucht wird. Der UN-Sicherheitsrat hat wegen der Weigerung Teherans, die Urananreicherung zu stoppen, schon Sanktionen gegen das Land verhängt. (dapd)

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