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Wikileaks: Internet-Dokumente aus 1001 Nacht

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Wikileaks: Internet-Dokumente aus 1001 Nacht

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    Winfried Züfle
    Winfried Züfle Foto: Ulrich Wagner

    Was amerikanische Diplomaten in den Palästen des Morgenlandes hörten, war nicht für jedermanns Ohren bestimmt. Bekanntlich sind die Araber Meister darin, Gesprächspartner zu umgarnen und Informationen präzise zu dosieren. Schon deswegen ist nicht alles für bare Münze zu nehmen.

    Dennoch enthüllen die ungenehmigt publizierten Gesprächsinhalte, die von US-Diplomaten nach Washington gekabelt worden waren, einiges über die Gefechtslage im Nahen Osten. Den arabischen Potentaten sind die in Teheran herrschenden Mullahs ein Pfahl im Fleisch. Und dieser schmerzt mehr, als bisher bekannt war.

    Im Hintergrund mag mitschwingen, dass Perser und Araber in der Geschichte immer wieder aneinandergerieten. In erster Linie aber fürchten das saudische Herrscherhaus und die Scheichs am Golf die Dominanz einer fanatischen Theokratie. Wenn sie auch noch die Atombombe besitzt, wird sie unangreifbar. Überdies müssen die Herrscherfamilien fürchten, die eigene Bevölkerung könne vom religiösen iranischen Virus infiziert werden. Da kämen die Amerikaner also gerade recht, um der "Schlange" in Teheran "den Kopf abzuschlagen". Den Ägyptern, dem volkreichsten Staat der Region, die sich seit den Tagen von Gamal Abdel Nasser in einer Führungsrolle sehen, käme das ebenso zupass.

    Irans Präsident Ahmadinedschad ist die herzliche Abneigung seiner Nachbarn bekannt. Deswegen seine unaufgeregte Reaktion. Sein Regime finanziert schließlich auch radikale, umstürzlerische Kräfte in arabischen Staaten.

    Ob die Feindschaft zum Iran ausreicht, um ein Bündnis zwischen Israel und den Arabern zu zimmern, ist noch unklar. Tatsache ist jedoch, dass für US-Diplomaten das Geschäft im Nahen Osten dank Wikileaks künftig schwieriger wird.

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