Die Außenministerin der USA, Hillary Clinton, soll die Opposition in Russland unterstützen und sie auch zu Protesten ermutigen - das meint zumindest der russische Ministerpräsident Wladimir Putin am Donnerstag und greift Clinton scharf an.
Putin: Clinton gab der Opposition "ein Zeichen"
Clinton habe die Parlamentswahl als manipuliert bezeichnet und damit seinen Gegnern "ein Zeichen" gegeben, erklärte Putin in einer im Fernsehen übertragenen Rede. "Sie haben das Signal gehört und dann mit der Unterstützung des US-Außenministeriums mit ihrer Arbeit begonnen."
Putin drohte, wer mit ausländischen Regierungen zusammenarbeite, um die russische Politik zu beeinflussen, werde zur Rechenschaft gezogen. Demonstranten gingen an den vergangenen drei Abenden in Moskau und St. Petersburg ungeachtet eines massiven Polizeiaufgebots auf die Straße, um gegen die ihrer Ansicht nach massiven Manipulationen bei der Wahl vom Sonntag zu protestieren. Es waren die größten und anhaltendsten Demonstrationen in Russland seit vielen Jahren. Hunderte wurden festgenommen.
Mehrheit nur knapp behauptet
Bei der Wahl hatte Putins Partei Einiges Russland nach offizieller Darstellung ihre Mehrheit mit einem Anteil von 50 Prozent nur knapp behauptet, nach 64 Prozent vor vier Jahren. Die anhaltenden Proteste zeigen aber, dass viele Russen nach zwölf Jahren von Putin und seiner Partei genug haben. dapd/AZ