An den angeblich aufgetauchten Millionen des früheren österreichischen Rechtspolitikers Jörg Haider sind erhebliche Zweifel entstanden. Von Mariele Schulze Berndt

An den angeblich in Liechtenstein deponierten Millionen des früheren österreichischen Rechtspolitikers Jörg Haider sind erhebliche Zweifel entstanden.
Die Staatsanwaltschaft in Liechtenstein wies am Montag Berichte über schwarze Konten zurück: "In den beschlagnahmten Unterlagen sind keine Konten oder Gesellschaften aufgetaucht, die von Dr. Jörg Haider oder seinem Umfeld kontrolliert wurden und werden", sagte der zuständige Sprecher Dietmar Baur. Auch der Leiter der Staatsanwaltschaft in Klagenfurt, Gottfried Kranz, bestätigte die Recherchen des österreichischen Nachrichtenmagazins Profil nicht, nach denen der vor zwei Jahren bei einem Autounfall tödlich verunglückte Haider dort Briefkastenfirmen unterhalten haben soll. Seine Rechtshilfeersuchen nach Liechtenstein beträfen nur die inzwischen zwangsverstaatlichte Hypo Group Alpe Adria (HGAA), die in Liechtenstein eine Tochterbank hatte. Dabei geht es um mögliche Fälle von Untreue, Betrug und Bestechung im Zusammenhang mit dem Verkauf der HGAA an die Bayerische Landesbank.
Nachrichtenmagazin "Profil" bleibt bei seiner Darstellung
Das deutsche Bundeskriminalamt in Wiesbaden gab ebenfalls an, nichts von Haider-Konten in Liechtenstein zu wissen. Die für die Hypo-Group zuständige Staatsanwaltschaft in München äußerte sich zunächst noch nicht zu der Affäre. Profil blieb aber bei seiner Darstellung. "Wir halten unseren Informanten weiterhin für vertrauenswürdig", sagte der Leiter der Wirtschaftsredaktion, Michael Nikbash. Die Geschichte sei wochenlang recherchiert worden.
Das Magazin hatte berichtet, dass Haider ein weitverzweigtes Netz von Konten in Liechtenstein geknüpft hatte, über die er Millionen verschoben haben soll. Zu Lebzeiten hätten zeitweilig 45 Millionen Euro auf den Konten gelagert, inzwischen seien noch fünf Millionen Euro vorhanden.
Die Süddeutsche Zeitung berichtete am Montag, Haiders Briefkastenfirmen seien ebenso wie die Hypo Liechtenstein in Schaan angesiedelt gewesen. Der frühere Kärntner Landeshauptmann habe ausgezeichnete Beziehungen nach Liechtenstein gehabt. Mariele Schulze Berndt
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