Der Augsburger Musiker Wolfgang Lackerschmid: "An diesem Tag war ich zu Proben im Theater Augsburg, da ich die Bühnenmusik für das Schauspiel „Peer Gynt“ komponiert hatte. Zum Zeitpunkt des Unglücks war ich noch zu Hause und habe nach dem ersten Hinweis n-tv geschaut. Dann klingelte ständig das Telefon, Kollegen und Freunde riefen an, um über dieses unbegreifliche Szenario zu reden. Als ich ins Theater kam, wussten schon alle Mitwirkenden von den Ereignissen. Die Proben an diesem Tag verliefen anders als gewöhnlich. Man musste erst mal verstehen, was passiert ist.
Einige Schauspieler haben wie ich Freunde oder Verwandte in New York, die ganz in der Nähe der Türme wohnten. Und obwohl wir alle Profis sind und wir uns auf die Arbeit konzentriert haben, war die Stimmung ganz anders als sonst. Alles ging schwerer an diesem Tag – fast bleiern.
Die für Oktober geplante Deutschland-Tournee mit meiner amerikanischen Band wurde aufgrund der Verunsicherung nach den Anschlägen vom Manager abgesagt. Doch die Musiker sind schließlich auf eigene Faust gekommen und wir konnten zumindest noch einige der ursprünglich vereinbarten Konzerte spielen. Nach den Anschlägen sind viele meiner Freunde von New York nach New Jersey geflüchtet. Andere sind trotz, oder gerade wegen, der Vorfälle vom Umland direkt nach Manhattan gezogen." (emd)