Conrad Tribble, seit 2009 amerikanischer Generalkonsul in München: "Ich habe damals im State Department in Washington gearbeitet. Es war ein wunderschöner Tag, das weiß ich noch. Auf dem Weg ins Büro hatte ich im Radio schon von dem ersten Flugzeug in New York gehört, konnte es aber nicht begreifen. Erst als ich die Bilder im Fernsehen sah, wurde mir klar, wie schlimm es war.
Als dann die Nachricht kam, dass auch ins Pentagon ein Flugzeug geflogen ist, bin ich auf die andere Gebäudeseite und konnte von dort aus den Rauch vom Pentagon aufsteigen sehen. Ich hörte, dass dieser Flieger über die Autobahn geflogen war, auf der ich noch kurz vorher selbst gefahren bin.
Ein paar Stunden gab es das Gerücht, vor dem State Department wäre eine Autobombe hochgegangen. Ich bekam viele Anrufe deswegen. Wir sollten dann alle das Gebäude verlassen, es wurde evakuiert. Später stellte sich heraus, dass der Knall von Düsenjägern gekommen war. Doch zu diesem Zeitpunkt zitterten viele Menschen aus unterschiedlichen Gründen.
Für uns im diplomatischen Geschäft kamen die Anschläge indes nicht völlig unerwartet. Wir hatten 1998 schon die Terroranschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania erlebt. Doch wie groß und wie erfolgreich die Anschläge am 11. September waren, hat mich schon sehr überrascht." (bale)