Die Augsburgerin Claudia Roth, Bundesvorsitzende der Grünen:"Dieser Tag sollte der Tag des großen Sommerfests unserer Partei in Berlin sein. Es hat furchtbar geregnet und ich wollte die Begrüßungsrede für das Fest schreiben. Mein Büronachbar rief plötzlich: Schalt den Fernseher ein. Ich warf also einen kurzen Blick auf die Bilder von dem Flugzeug, das auf die Twin Towers zusteuerte, und rief zurück: Ich habe jetzt keine Zeit für einen blöden B-Movie aus Amerika. Als ich begriff, dass das alles real war, war ich entsetzt.
Wir fuhren dann zu Joschka Fischer ins Auswärtige Amt und ich werde nie vergessen, wie Fischer sagte: Die Welt wird ab heute nie wieder so sein, wie sie war. Er befürchtete heftige Reaktionen.
Ich dagegen war in Gedanken erst einmal beim aktuellen Geschehen, bei den Menschen im Flugzeug und im World Trade Center. Meine Trauer war vor allem deshalb so tief, weil ich New York gut kenne und unglaublich toll finde. Ich habe die Anschläge als Angriff auf meine Vorstellungen vom Leben in einer multikulturellen Gesellschaft empfunden. Das Sommerfest haben wir natürlich abgesagt." (bale)