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Autorin Martha Schad: „Totales Chaos am Flughafen“

Autorin Martha Schad

„Totales Chaos am Flughafen“

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    Martha Schad lebt in Neusäß und arbeitet als freie Historikerin und Buchautorin.
    Martha Schad lebt in Neusäß und arbeitet als freie Historikerin und Buchautorin.

    Martha Schad lebt in Neusäß und arbeitet als freie Historikerin und Buchautorin: "Diesen Tag werde ich ganz sicher niemals vergessen, weil es für mich persönlich ein schreckliches Erlebnis war. Ich war damals schon eine Woche in Washington und hatte im Nationalarchiv geforscht. Am 11. September wollte ich weiterfliegen nach Poughkeepsie, nördlich von New York. Ich saß schon in dieser kleinen Maschine und wir rollten Richtung Startbahn, als es plötzlich eine Durchsage gab: Wir fliegen nicht, sondern fahren zurück zum Terminal, hieß es. Gründe nannte die Stewardess nicht und ich war erst einmal verärgert darüber. Zurück im Flughafengebäude gab es eine weitere Durchsage: Alle sind sehr gefährdet und wir sollen das Terminal verlassen.

    Ich hatte damals kein Mobiltelefon und zu diesem Zeitpunkt absolut keine Ahnung, was geschehen war. Auf Bildschirmen liefen dann die Bilder von den Anschlägen. Meine ersten Gedanken waren: Warum lassen die hier einen Science-Fiction-Film laufen? Die Bilder zeigten auch nur New York. Dass es einen Anschlag auf das Pentagon in Washington gegeben hatte, erfuhr ich erst etwas später.

    Es herrschte totales Chaos am Flughafen. Nach Washington durften wir nicht mehr hinein. Ob ein, zwei oder drei Stunden vergingen, bis ich mit einem Shuttlebus in ein Hotel in ein kleines Städtchen fuhr, weiß ich nicht mehr. Man nannte uns ,stranded people‘ – gestrandete Menschen. Die Stimmung war, als stünde der nächste Krieg unmittelbar bevor. Ich konnte einen Tag lang meine Familie nicht erreichen, weil das Telefonnetz zusammengebrochen war. Eine Woche blieb ich im Hotel, ohne mein Gepäck, ohne zu wissen, ob und wann ich nach Hause komme.

    Nach einer Woche konnte ich glücklicherweise heimfliegen. Doch diese Erlebnisse haben mich sehr lange im Griff gehabt. Und jetzt denke ich zwangsläufig wieder mehr darüber nach." (bale)

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