Hiltenfingen Am 15. August 1886 trafen sich die Veteranen der Gemeinde Hiltenfingen im Gasthaus Krone, um den „Veteranen- und Kriegerverein“ zu gründen. Zwei Jahre später wurde bereits eine Vereinsfahne geweiht und zahlreiche Vereine aus den umliegenden Gemeinden bekundeten dieses Ereignis mit ihrem Erscheinen. 126 Jahre nach der Gründung gratulierten wiederum Fahnenabordnungen aus den Vereinen der umliegenden Gemeinden sowie die ortsansässigen Vereine dem Jubilar.
Den meisten jungen Leuten in Deutschland ist ein Krieg bisher erspart geblieben. Und vielen von ihnen sind die Soldaten- und Veteranenvereine eher fremd. Was es heißt, aus einem Krieg heimzukehren, sich nach all dem gesehenen und geschehenen Gräuel wieder in der Gesellschaft einzufinden und mit den seelischen, oft aber auch körperlichen Verletzungen umzugehen, die viele Veteranen ein ganzes Leben lang begleiten, ist für viele wohl nur schwer nachvollziehbar.
Das Fest wäre bereits vor einem Jahr fällig gewesen
Tatsächlich wäre das Fest bereits vor einem Jahr fällig gewesen, es hatte sich schlichtweg kein anderer Termin gefunden. Die Gäste konnten sich über die wechselvolle Geschichte des Soldaten- und Veteranenvereins Hiltenfingen informieren, die auch ein Teil der Dorfgeschichte ist. Die Zusammenhänge zwischen der deutschen Geschichte und der Historie der Veteranenvereine gehen bis in das 18. Jahrhundert zurück. Die Rede von Hiltenfingens Altbürgermeister Ludwig Müller zur Vereinschronik erwies sich als regelrechte Lehrstunde in Geschichte.
Bürgermeister Kornelius Griebl betonte in seinem Grußwort den Gemeinsinn der Vereine, die weniger das Privatinteresse als vielmehr das Interesse der Allgemeinheit und der Mitbürger im Sinn hätten. Er bedankte sich beim Veteranenverein für die Abhaltung des jährlichen Volkstrauertages, die Teilnahme an der Scheppach-Wallfahrt und der Kriegerwallfahrt in Klosterlechfeld sowie für die engagierte Mitarbeit bei allen örtlichen und kirchlichen Veranstaltungen.
Im Rahmen der Jubiläumsfeier konnte Vorsitzender Werner Engelhardt außerdem Franz Ziegler zum Ehrenmitglied ernennen und die dazugehörige Urkunde überreichen. Alois Ziegler, der ebenfalls das 65. Lebensjahr und damit die Ehrenmitgliedschaft erreicht hat, war nicht persönlich anwesend.
Der Vorstand des Hiltenfinger Veteranenvereins bedankte sich bei den Fahnenabordnungen mit einer Urkunde. Sie hatten dem vorangegangenen Gottesdienst und dem Festumzug einen würdevollen Rahmen verliehen. Zur guten Stimmung trug außerdem der Musikverein Hiltenfingen unter seinem Dirigenten Thomas Forster bei.