Unzählige Stunden, Wochen und Monate haben die beiden in das alte Haus gesteckt "und viel Liebe investiert", wie Christof Weckmer erzählt. Der 53-Jährige hat einen ganz besonderen Bezug zu dem Gebäude. Sein Urgroßvater hatte den damaligen Bauernhof gekauft. Dessen Sohn, Georg Filler, wiederum betrieb dort bis zum Zweiten Weltkrieg eine kleine Molkerei und Käserei. Nach Kriegsende gab es dort noch die Milchannahmestelle. Oft war Christof Weckmer als kleiner Bub dort zu Besuch.
Als er und seine Frau vor rund 20 Jahren auf demselben Grundstück ein eigenes Haus bauten, lebten auch sie einige Zeit in dem alten Anwesen. Eine richtige Toilette gab es damals nicht. Fließend Wasser kam nur aus der Spüle. "Aber wir wollten das schöne, alte Haus immer erhalten", sagt Rosemarie Weckmer. Wie alt genau es ist, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Anhand des Dachstuhls habe ein Zimmerer das Gebäude auf etwa 200 Jahre geschätzt.
Dementsprechend viel zu tun gab es auch, als die beiden vor knapp drei Jahren mit der Sanierung begonnen haben. Ein wenig blauäugig sei er an die Sache herangegangen, gibt Christof Weckmer heute zu. Ein feuchtes Mauerwerk, nicht mehr tragfähige Holzbalken, und jede Menge schiefe Wände und Böden - viel Arbeit sei nach und nach dazugekommen.
"Ohne die moralische Unterstützung meiner Frau hätte ich es nicht geschafft." Frau Weckmer behielt auch den Überblick über die Finanzen. "Für die Kosten - die Eigenleistung mitgerechnet - könnte man sich wohl auch ein Reihenhaus leisten", schätzt Christof Weckmer. Investiert haben die Weckmers die Arbeit und das Geld nicht einmal für sich selbst. Sie wohnen nach wie vor in ihrem vor 20 Jahren gebauten Haus direkt gegenüber.
Doch es erwies sich als Glücksfall, dass sie für einige Arbeiten professionelle Hilfe benötigten. Bei der Wahl der Handwerker hatten Weckmers ein gutes Händchen. Vor allem der Maurer machte nicht nur gute Arbeit. Es passte auch zwischenmenschlich. Aus dem Maurer wurde der Mieter. Mit Freundin und Kind lebt er in dem frisch sanierten Gebäude. "Es freut mich, dass auch junge Menschen den Charme des Hauses erkennen", sagt Christof Weckmer.
Auch von Bewohnern aus dem Dorf werde er immer wieder auf die Sanierung angesprochen. Wem sie es zu verdanken haben, dass sie jetzt sogar eine Auszeichnung für ihre Arbeit erhalten, wissen sie nicht. Sie hatten noch nie etwas von dem Preis gehört, bis ihnen irgendjemand einen Zettel in den Briefkasten warf. "Da muss wohl jemand öfter vorbeigekommen sein, dem das Haus gefiel", vermutet Christof Weckmer. Seine Frau sagt: "Wir würden wirklich gerne wissen, wer es war, um uns bei ihm zu bedanken."