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28. Oktober 2010 05:43 Uhr

Denkmalschutz stoppt Therapiezentrum

Oberschönenfeld Das tiergestützte Therapiezentrum für hoch belastete Patienten und Familien, das der Bunte Kreis in Oberschönenfeld geplant hat, ist gestoppt. Grund ist der Vollzug des Landesamtes für Denkmalpflege aus München. Der Neubau würde die Alleinlage des Klosters stören - zumindest im Winter. "Wir müssen das anerkennen, aber es fällt uns sehr schwer, uns von diesem einzigartigen Konzept zu verabschieden", bedauert Horst Erhardt, Geschäftsführer des Bunten Kreises.

Nur fünf Monate im Jahr wäre das Therapiezentrum durch Laubbäume verdeckt. So wird die Alleinlage des Klosters zerstört, so der Denkmalschutz. Archivfoto: Merk

Die Idee ist drei Jahre alt, seit zwei Jahren wurde das konkrete Konzept ausgearbeitet. Das tiergestützte Therapiezentrum hatte das Ziel, einen Ort der Therapie und Seelsorge für Familien zu schaffen, die mit schwersten Krankheiten oder dem Tod eines Kindes leben müssen. Ergänzend sollte die Nähe des Klosters als Ort der Ruhe und des Gebetes für Menschen in ihren schweren Lebenssituationen eine Kraft- und Orientierungsquelle sein. Gerne hätten die Zisterzienserinnen in Oberschönenfeld zu diesem Zweck einen Teil ihrer Flächen östlich des Parkplatzes in einer Senke verpachtet. Das Zentrum hätte aus vier Gebäuden mit einer Hoffläche von etwa 1600 Quadratmetern bestehen sollen.

Doch aus den Plänen wird nun nichts. Zwar hatte es im Vorfeld bereits zweimal konkreten Kontakt mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege gegeben und die zuständigen Mitarbeiter hatten grünes Licht signalisiert, doch die schriftliche Stellungnahme fiel nun anders aus. Grund für die ablehnende Haltung des Landesamtes ist der sogenannte "Nähefall". Die Alleinlage des Zisterzienserinnenklosters ist historisch und typisch für die Anlage und müsse deshalb unbedingt erhalten werden. Der geplante Bau für das Therapiezentrum wäre nur fünf Monate im Jahr hinter Bäumen versteckt, in der kalten Jahreszeit würde man das Gebäude sehen.

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Nicht gegen Widerstände bauen

Die Pläne bereits genehmigt hatte der Gemeinderat Gessertshausen. Nun ist Bürgermeister Anton Mayer enttäuscht über diese Ablehnung. Er hatte gemerkt, wie in den jüngsten Verhandlungen mit der Denkmalschutzbehörde in München und auch bei der Regierung von Schwaben die Stimmung gegen das Projekt umgeschlagen sei. Doch gegen Widerstände will der Bunte Kreis nicht bauen, so Erhardt: "Wir möchten dieses Projekt nicht auf Streit und Diskussionen aufbauen. Hier argumentiert der Denkmalschutz mit schwer nachvollziehbaren Argumenten, um etwas zu verhindern, was bisher jeden begeistert hat, dem wir begegnet sind: Gemeinde, Landkreis, Bürger, betroffene Familien. Wir werden die Entscheidung wohl so respektieren." (jah)

Der Bunte Kreis sucht nun wieder nach einer geeigneten Fläche für sein Projekt. Kontakt über Horst Erhardt, Telefon (08 21) 4 00-48 48.

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