Mickhausen Nach der gelungenen Premiere vom vergangenen Jahr gibt es in Mickhausen auch heuer wieder den alten Brauch des Funkenfeuers. Die alte Tradition war in der Staudengemeinde in den vergangenen beiden Jahrzehnten zum Erliegen gekommen und nach langer Pause erst im Vorjahr wieder aufgenommen worden. Sehr zur Freude vieler Zuschauer aus dem ganzen Staudengebiet, die bei dem spätwinterlichen, mythenumrankten Spektakel live mit dabei sein wollten. Am Funkensonntag, das ist der erste Sonntag (26. Februar) nach dem Aschermittwoch, kündet der brennende Funken vom Ende des Winters und vom beginnenden Frühjahr.
Der Förderverein Herrgottsruhkapelle mit seinem Vorsitzenden Hans Sattelmair an der Spitze zeichnet erneut für die Organisation der Brauchtumsveranstaltung verantwortlich. Hans Sattelmair ist es auch, der in langer und ausgeklügelter Vorarbeit zusammen mit vielen Helfern den Funken aus Holzscheiten auf der Herrgottsruh fachmännisch aufschichtet. Dabei kommt ihm seine Erfahrung als langjähriger „Funkenmeister“ im Schwäbischen Volkskundemuseum Oberschönenfeld zugute. Die Anhöhe östlich der Mickhauser Pfarrkirche ist der ideale Platz für das Funkenfeuer, das von dieser hohen Warte aus weit ins Schmuttertal hinunter zu sehen sein wird. Beginn ist bei Anbruch der Dunkelheit. Als „Unterbau“, der dem Feuer im Anfangsstadium genügend Nahrung gibt, dienen die ausrangierten Christbäume, die der Förderverein nach dem Weihnachtsfest in der ganzen Staudengemeinde eigens für diesen Zweck eingesammelt hat. Ihr Mitwirken bei der wieder belebten Brauchtumsveranstaltung in der Staudengemeinde hat heuer die Feuerwehr von Münster zugesagt, die sich diese Aufgabe künftig im jährlichen Wechsel mit ihren Mickhausener Kollegen teilen wird. Für die musikalische Einstimmung sorgen heuer die Eggertaler Alphornbläser. Wenn es richtig dunkel ist, wird der Funken entzündet. Der Höhepunkt des Spektakels ist erreicht, wenn die an einer langen Holzstange befestigte Hexe, das Symbol für den zu vertreibenden Winter, in Flammen aufgeht und ins Funkenfeuer fällt. Für die Bewirtung der Veranstaltung mit heißen Getränken und Würstchen sorgt der Förderverein in Eigenregie.