Lechfeld Das Wasser wird teurer. Der Wasserzweckverband Lechfeld hat in der jüngsten Verbandsversammlung mit einer Gegenstimme die Erhöhung der Wassergebühren ab 1. Oktober (Zeitpunkt der Ablesung der Wasserzähler) von bisher 1,16 Euro pro Kubikmeter auf 1,50 Euro beschlossen.
An der Preisschraube wurde schon im Vorjahr gedreht – die Gebühr pro Kubikmeter Wasser wurde damals von 1,08 Euro auf 1,16 Euro, die Grundgebühr von 36 Euro auf 48 Euro angehoben. Durch die Erhöhung der Wassergebühren fallen für Haushalte mit einem jährlichen Wasserverbrauch zwischen 50 und 200 Kubikmetern Mehrkosten in Höhe von 17 bis 68 Euro im Jahr an.
Als Hauptgrund für die Erhöhung der Wassergebühren nannte Vorsitzender Georg Klaußner die finanzielle Situation des Wasserzweckverbands: Der Schuldenberg ist innerhalb der letzten zehn Jahre von 3,2 Millionen Euro auf nun knapp 8,5 Millionen Euro angewachsen.
„Der Verband benötigt deshalb entsprechende Einnahmen, welche nicht nur gerade so ausreichen, um die bislang anfallenden Kosten zu decken, sondern auch einen gewissen Spielraum für die zukünftigen Aufgaben bieten“, betonte Klaußner. Der beschlossene Wasserpreis liege immer noch unter dem Bundesdurchschnitt von 1,60 Euro.
Der Wasserzweckverband Lechfeld hat in den letzten 20 Jahren insgesamt rund 22 Millionen Euro in seine Anlagen investiert. Zwei Großprojekte zur Sicherstellung der Wasserversorgung auf dem Lechfeld – das neue Wasserwerk einschließlich der beiden Tiefbrunnen sowie die neuen Brunnen in Prittriching, aus denen nun die Verbandsgemeinden mit Wasser versorgt werden – sind realisiert worden. „Dafür wurde bisher kein einziger Euro an Ergänzungs- oder Verbesserungsbeiträgen vom Bürger erhoben“, bekräftigte Vorsitzender Klaußner.
Diese Tatsache müsse beim Vergleich der Wassergebühren mit anderen Wasserversorgern sowie der Schulden berücksichtigt werden. Auch Faktoren wie die Bundeswehr, die immer weniger Wasser benötige, sowie die Stagnation der jährlich verkauften Wassermengen dürften nicht unbeachtet bleiben.
Der Wasserzweckverband versorgt derzeit die Gemeinden Untermeitingen, Obermeitingen, Oberottmarshausen, Kleinaitingen, Graben und Klosterlechfeld zu 90 Prozent mit Wasser aus dem Prittrichinger Brunnenareal und zu zehn Prozent mit Tiefenwasser.
In seinem Bericht gab Georg Klaußner einen Überblick über die Entwicklung des Verbandes sowie laufende und geplante Maßnahmen. Der Verband versorgte 2011 mehr als 17000 Personen in fast 5100 einzelnen Objekten. Verkauft wurden dabei etwa 750000 Kubikmeter Wasser. Zurückgegangen sind die Wasserverluste.
Sie betrugen bei einer Fördermenge von rund 900000 Kubikmetern etwa zwölf Prozent der geförderten Menge. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 16 Prozent. „Es macht sich bemerkbar, dass die Rohrnetzüberwachung mittels Datenfernübertragung nun funktioniert“, so Klaußner.
Das geförderte Wasser weise eine Qualität aus, die „allen Anforderungen der Trinkwasserverordnung entspricht“, betonte Georg Klaußner. „Bei keiner der vielen Untersuchungen haben sich irgendwelche Beanstandungen ergeben.“ Der Urangehalt beispielsweise, der zusätzlich seit November 2011 im Wasser gemessen wird, beträgt 0,1 Mikrogramm – zulässig wären zehn Mikrogramm.
Der Verband hat im Vorjahr Hauptleitungen im Industriegebiet der Gemeinde Graben verlegt und 130 Bau- und Hausanschlüsse erstellt. Die Siedlung Schwabstadl, die bisher über das Leitungsnetz der Schwabstadlkaserne versorgt wurde, soll nun durch neue Leitungen erschlossen werden. Die Kosten werden auf rund 310000 Euro geschätzt, die zu fünf Sechsteln von der Bundeswehr und zu einem Sechstel vom Verband zu tragen sind.