Die Mehrheitseigentümer
Mit wie vielen Behörden und Verbänden das Amt für Landwirtschaft zu tun hat, zeigte sich in der Zahl der Grußworte. Der schwäbische Regierungspräsident Karl Michael Scheufele dankte Högenauer für die gute und enge Zusammenarbeit und bot dessen Nachfolger selbige an. Dabei sei eines zu beachten: "Wann immer wir mit Land- und Forstwirten reden, reden wir mit den Mehrheitseigentümern Bayerns." Denn 85 Prozent der Landesfläche würden von diesen bewirtschaftet.
"Sie waren 18 Jahre ein verlässlicher, kompetenter und produktiver Partner", verwies Landrat Martin Sailer auf die Zusammenarbeit des Stadtberger Amtes beispielsweise mit dem Naturparkverein. Daran wolle er in Zukunft mit Wolfgang Sailer anknüpfen. Stadtbergens Bürgermeister Dr. Ludwig Fink nannte den Ruheständler "kompetent, unaufgeregt und fachorientiert". Dass nun ein Forstmann Chef werde, schade nicht, denn Landwirtschaft und Forst prägten Stadtbergen und seine Menschen.
Wie in einer langen guten Ehe habe man sich aneinander gewöhnt, auch wenn man nicht immer alles miteinander bespreche, wandte sich Bauernverbands-Kreisobmann Gerhard Ringler an den Scheidenden. In Sailer sah er einen erfahrenen Verwaltungsmann. "Wir können aber nicht sparsamer sein, schließlich sind wir in Schwaben", spielte er darauf an, dass Sailer mehrere Jahre für den bayerischen Rechnungshof gearbeitet hatte.
Franz Rotter vom Verband der Landwirtschaftlichen Fachschulabsolventen schenkte seinem scheidenden Geschäftsführer Högenauer einen Eichen-Hackstock mit Axt.
Peter Erhard würdigte für die Waldbesitzer Högenauers großes Engagement für eine gute Ausbildung. "Er hat uns Mut gemacht, die Zeiten des Umbruchs in den 90er Jahren zu überwinden." Personalratsvorsitzende Maria-Theresia Gräfin Fugger von Glött sah einen "Fahrerwechsel im Omnibus Landwirtschaftsamt" und hoffte dass auf den bisherigen sicheren Fahrer ein ebensolcher folge.
"Ich habe mein dienstliches Verfallsdatum längst erreicht", gab sich Högenauer humorig-bescheiden. Er mischte auch Kritik in seine Rede: "Es war mir nicht immer einfach, die Weisheit des Staatsministeriums zu erkennen." Für die "ausgestreckten Hände" dankte Wolfgang Sailer und versprach, sie auch gerne aufzugreifen. Nach 18 Jahren ministerieller Tätigkeit freue er sich nun auf etwas mehr Praxisarbeit. (lig)