Schwabmünchen Die Stadt Schwabmünchen könnte sich allein durch erneuerbare Energien mit Strom versorgen. Auch die Wärme könnte zu einem Großteil aus umweltfreundlichen Prozessen gewonnen werden. Zumindest sei dies technisch möglich, sagt Matthias Heinz von der Firma Green City Energy bei der Auftaktveranstaltung zum Thema kommunaler Klimaschutz. Wie sich die Wunschvorstellung einer grünen Stadt umsetzen lässt, soll in den nächsten Monaten zusammen mit den Projektleitern von Green City und der Firma KlimaKom, Nina Hehn, diskutiert werden. Ziel sei ein durch den Stadtrat abgesegnetes Klimakonzept im Oktober dieses Jahres, sagt Hehn.
In der Präsentation wurde die Stadt Schwabmünchen ganz genau unter die Lupe genommen: Wie viel Energie wird verbraucht, wie hoch ist der Anteil klimafreundlicher Energie, in welchen Bereichen kann noch mehr erneuerbare Energie erzeugt werden? Bei der Stromerzeugung durch Sonne und Wasser liegt die Stadt bereits jetzt über dem Bundes-, Landes- und Kreisdurchschnitt, erklärte der Energieexperte Heinz. Doch 70 Prozent des Stroms werden weiterhin durch Gas, Kohle und Atomkraft erzeugt.
Bei der Wärme besteht noch Nachholbedarf
Die Wärme der Stadt stammt hingegen zu 91 Prozent aus nicht-erneuerbaren Energien. Laut der Berechnung des Energieexperten hätte Schwabmünchen das Potenzial, sich zu 60 Prozent mit klimafreundlicher Wärme zu versorgen, während durch grüne Stromerzeugung sogar mehr als der doppelte Verbrauch produziert werden könne. Solar- und Windenergie können dafür einen großen Beitrag leisten, erklärte Heinz.
In der Realität werden die Berechnungen jedoch niedriger ausfallen, bestätigte Bürgermeister Lorenz Müller auf den Einwand eines Besuchers hin: „Das rechtliche Potenzial ist geringer als das technische.“ Dennoch waren sich die Experten und auch Müller einig, dass die Umsetzung einzelner Projekte, die aufeinander abgestimmt werden müssen, lohnenswert erscheint.
Bereits im Vorfeld der Veranstaltung wurden sechs Arbeitsgruppen geschaffen, die bis zur Schwabmünchner Klimakonferenz am 15. Juni erste Projekte erarbeiten. In den Gruppen „Energetische Sanierung“, „Erneuerbare Wärme“, „Erneuerbarer Strom“, „Wirtschaft“, „Öffentlichkeitsarbeit“ und „Klimaschutzmanagement, Finanzierung“ sollen sich auch weiterhin Bürger und Betriebe engagieren, um einen „gemeinsamen Fahrplan“ zu entwickeln, wie Bürgermeister Müller sagt. "Kommentar Seite 1