Langenneufnach Das Hochwasser hat in Langenneufnach wohl bald keine Chance mehr. Die Gemeinde rüstet sich von allen Seiten: Rothaner Straße, Hirtenweg (wir berichteten) und nun auch am südlichen Ortseingang an der Neufnach. Nach rund zehn Jahren Planung und Papierkram hat der Bau der Dämme und Rückhaltebecken begonnen. Mit „großem Bahnhof“ wurde nun auf der Baustelle am Ortseingang gefeiert. Landrat Martin Sailer, zahlreiche Bürgermeister der umliegenden Gemeinden sowie Kreis- und Gemeinderäte waren ebenso zum Spatenstich gekommen wie Vertreter der Ämter und Behörden, der Bau- und Planungsfirmen sowie Bauhofmitarbeiter.
Es galt, einen steinigen Weg zu überwinden
Bürgermeister Josef Böck blickte in seiner Rede zurück auf die Hürden, die es zu überwinden galt auf dem Weg zum Baubeginn: Nach einer Machbarkeitsstudie und den konkreten Berechnungen auf Basis des Hochwassers 2002 funkte plötzlich das Hochwasser 2005 dazwischen. Der Pegel lag damals um 50 Zentimeter höher als drei Jahre zuvor. Die Studie wurde also angepasst. Im Herbst 2006 begann schließlich die Planung, die entsprechenden Unterlagen für das Feststellungsverfahren wurden im Mai 2007 abgegeben. Damit aber nicht genug, der Damm musste nach Süden verschoben werden, neue Grundstücksverhandlungen wurden nötig und auch die Notzufahrt zum Hummelhof und ein dazugehöriges Gerichtsverfahren kosteten Zeit. Im Oktober 2011 konnten dann die Aufträge für den Bau vergeben werden.
Ein Grund zur Freude, eigentlich. Aber wenn es ums Geld geht, hört die Freundschaft auf. Langenneufnach erhält lediglich finanzielle Unterstützung vom Markt Fischach. „Leider haben die anderen Betroffenen wie Gessertshausen, Diedorf und Neusäß keine oder negative Stellungnahme zu einer finanziellen Beteiligung abgegeben. Wir zahlen und die Unterlieger profitieren. So sieht wohl, mit Bitterkeit gesagt, die Solidarität im 21. Jahrhundert aus“, sagte Böck. Die Baukosten sind hoch, allein dieses Becken kostet 2,68 Millionen Euro. Diese Summe muss die Gemeinde aber nicht allein aufbringen. Schützenhilfe in Form von Zuschüssen in Höhe von 75 Prozent gibt es vom Freistaat und aus EU-Fördertöpfen. „Diese hohe Förderung ist wichtig, denn ohne sie könnte auch Langenneufnach trotz der guten Finanzlage das Projekt nicht so ohne Weiteres schultern“, so der Bürgermeister.
Landrat Sailer lobte die Ausdauer des Bürgermeisters und des Gemeinderates und betonte die Wichtigkeit des Vorhabens: „Wir wissen nicht, wann das nächste Hochwasser kommt, aber wenn es kommt, sind die Langenneufnacher und die Unterlieger besser geschützt.“