Langenneufnach Was lange währt, wird endlich gut: Nach zehn Jahren zäher Planung beginnen nun die Bauarbeiten für den Hochwasserschutz an der Rothanerstraße. Dort hat nun der obligatorische Spatenstich mit Bürgermeister, Ingenieur und Vertretern des Bauhofs sowie des Wasserwirtschaftsamtes stattgefunden. Die drei Dämme am Hirtenweg befinden sich seit Kurzem bereits im Bau.
Bürgermeister Josef Böck ließ die vergangenen zehn Jahre Revue passieren. So gab es 2002 und auch 2005 Überflutungen in Langenneufnach.
Genau vor zehn Jahren wurde dann der Hochwasserschutz zum ersten Mal angegangen. Involviert waren unter anderem das Amt für ländliche Entwicklung Krumbach, die Flurbereinigung und schließlich das Ingenieurbüro Steinbacher aus Neusäß. Die Planfeststellungsverfahren wurden im Jahr 2007 beim Landratsamt eingereicht, die Beschlüsse dazu erfolgten im Oktober 2008 (Rothaner Straße) und im Juni 2009 (Hirtenweg). Anschließend musste die Gemeinde noch einen Antrag auf Zuschüsse stellen. Auch das dauerte, bis es dann endlich zur Ausschreibung kam.
Doch Stefan Steinbacher vom Ingenieurbüro Steinbacher relativierte: „Der Hochwasserschutz sieht auf den Plänen ganz einfach aus, aber das sind komplizierte Bauwerke. Zehn Jahre klingen lang, sind aber bei Hochwasserprojekten eine übliche Zeitspanne.“
Künftig ist Langenneufnach im Ost- und im Westtal vor einem Hochwasser geschützt, das statistisch alle 100 Jahre stattfindet. Das war Voraussetzung für die Zuschüsse. „Die betroffenen Anwohner können hoffentlich wieder ruhiger schlafen. Sie sind vor Hochwasser künftig geschützt“, sagte Böck.
Die Bauarbeiten an der Rothaner Straße, die die Firma Leitenmaier durchführt, sollen bis Mitte August abgeschlossen sein. Geplant ist, die Straße um knapp eineinhalb Meter anzuheben, sie dient dann als Damm. Unter der Straße läuft ein Rohr mit 1,30 Meter Durchmesser hindurch.
Dort kann das Wasser zu einem weiteren 90 Meter langen Damm fließen. Damit soll verhindert werden, dass die Straße wieder überflutet wird, denn an der Rothaner Straße läuft das Wasser von rund 125 Hektar Fläche zusammen. Während der Bauarbeiten wird die Straße nach Unterrothan zeitweise gesperrt sein.