Walkertshofen Die umfangreichen Bauarbeiten an der Hauptstraße geben vielen Walkertshofern derzeit Rätsel auf: Soll das eine neue Wirtschaft, ein Gourmet-Restaurant oder vielleicht ein Museum werden? Nichts von alledem, sagt Bauherr Uwe Dobler: „Das wird etwas ganz Neues, wie es wahrscheinlich einmalig in Deutschland ist!“ Das Konzept „Uwe Dobler Interiors“ wird neue Wege erschließen und für die Gemeinde eine Bereicherung sein, ist sich auch Bürgermeister Sven Janzen sicher: „Deshalb unterstützen wir dieses vielversprechende Projekt zu 100 Prozent!“
Seit Dobler vergangenes Frühjahr das alte Anwesen samt Stadel und ehemaliger Schreinerei erworben hat, steht der 55-Jährige fast jeden Tag auf der Baustelle. Hier will er gemeinsam mit seiner Frau Heike, die als Architektin arbeitet, einen Lebenstraum Wirklichkeit werden lassen – eine Kombination aus Ausstellungsräumen, Kommunikationszentrum und Restaurantbetrieb auf hohem Niveau für einen internationalen Kundenkreis.
Geschäftssinn und Sachverstand
Zunächst hört sich das für ein Dorf wie Walkertshofen leicht „g’spinnert“ an, doch Dobler ist alles andere als ein abgehobener Träumer, sondern ein bodenständiger Schwabe mit Geschäftssinn und enormem Sachverstand. Er ist unter anderem vereidigter Gutachter und Fachmann in der Sendung „Kunst und Krempel“ im Bayerischen Rundfunk (siehe Infokasten).
In jungen Jahren war er Extremsportler, lebte später eine Zeitlang in Paris und heute mit seiner Frau in einem stilvoll eingerichteten Haus in Walkertshofen; auch dort wird in allen Räumen sicht- und spürbar, dass Dobler gern mit originellen Kombinationen aus alten und neuen Materialien spielt. So hat er auch im Neubau an der Hauptsstraße mit 360 Quadratmetern Nutzfläche eine über 200 Jahre alte Holztüre integriert, die er aus der Provence mitgebracht hat. „Zunächst wollte ich in Italien ein altes Kloster kaufen und ein Hotel reinbauen“, erzählt er; doch weil er selbst auf dem Land nahe Stuttgart groß geworden ist, fiel vor einem Jahr die Entscheidung für Walkertshofen. Mit spürbarer Begeisterung führt er durch die Baustelle und sieht vor seinem geistigen Auge bereits, wo kommendes Jahr Küche und Bar, Vitrinen und Möbel stehen sollen.
Das Konzept sieht vor, dass die Gäste in internationalem Wohndesign gemütlich plaudern und essen können; weil einschließlich Stühlen und Tischen alles verkäuflich ist, wird sich das Ambiente von Zeit zu Zeit ändern.
„Eine avantgardistische Form von Innenraumgestaltung, deren Hauptaugenmerk im kreativen Einrichten liegt“, beschreibt der Bauherr das Zusammenspiel von antiken und modernen Elementen. Mit seiner Firma „Uwe Dobler Interiors“ will er Spaß und Freude im Umgang mit Kunst und Kunsthandwerk entstehen lassen: „Die Provokation und die Spannung von Architektur und Einrichtung bis hin zum Kunstsammeln liegt mir am Herzen!“ Ebenso wichtig ist ihm, dass sich die künftigen Gäste und Kunden beim gemütlichen Verweilen inspirieren lassen. „Es wird keine große Speisekarte geben und auch nicht die ganze Woche über geöffnet sein“, sagt er; das ausgewählte Angebot soll in erster Linie regionale Produkte beinhalten, „keinen Meerfisch, keine Erdbeeren an Weihnachten und sonstigen Firlefanz“. Zum Lifestyle-Konzept gehören auch eine Kaminecke, ein Verkaufsraum für Weine und Öle sowie eine Empore mit sichtbaren alten Holzbalken.
Willkommen werden in Walkertshofen nicht nur Kunstsammler aus Frankreich oder Italien sein, sondern auch Einheimische, die gern in internationalem Wohndesign Geburtstag oder Hochzeit feiern wollen. Denkbar sind auch Veranstaltungen mit gärtnerischem Bezug, denn Heike Dobler liebt Pflanzen und die Arbeit mit ihnen.
Wann der Traum Wirklichkeit wird, kann das Ehepaar noch nicht genau sagen: „Das hängt vom Fortschritt der Bauarbeiten ab; zum Glück kommt der Winter heuer recht spät. Aber wenn alles klappt, wollen wir nächstes Jahr an Pfingsten eröffnen.“