Seit nunmehr 60 Jahren ziehen die Soldaten- und Veteranenvereine aus dem Augsburger Raum mit ihren Fahnen aus verschiedenen Richtungen zur Scheppacher Marienkapelle „Mutter im rauen Forst“, um in einem Gottesdienst ihren gefallenen und verstorbenen Kameraden zu gedenken. Am vergangenen Sonntag trafen sich die Soldaten- und Veteranenvereine zu dieser Sternwallfahrt wieder in Reinhartshausen, um gemeinsam die letzte Strecke zur Scheppacher Kapelle zu pilgern.
Ins Leben gerufen hat die Wallfahrt im Jahre 1952 der Großaitinger Pfarrer Wendelin Geißler. Seitdem ist der Soldaten- und Veteranenverein Großaitingen mit der Organisation der Wallfahrt betraut.
Bei traumhaftem Wetter zogen diesmal Fahnenabordnungen aus verschiedenen Richtungen zur Marienkapelle, wo der Augsburger Pfarrer Erwin Fuchs den Gottesdienst zelebrierte. „Es sind heuer 29 Fahnen, so viele wie noch nie“, bemerkte eine Teilnehmerin, die jedes Jahr an der Wallfahrt teilnimmt. Anfangs seien es gerade mal zehn gewesen, erinnerte sie sich.
Im Mittelpunkt stand dabei ein Appell für Frieden in der Welt. Organisator Ludwig Geiger forderte die Teilnehmer auf, für den Weltfrieden zu beten. Klare Worte zur dramatischen Vergangenheit fand Pfarrer Erwin Fuchs: Er nannte Beispiele aus Krieg, Krankheit, Leid, Trauer und Tod und appellierte: „Es soll nie wieder so sein“.
Über 600 Gläubige waren zum Gottesdienst gekommen, der von der Musikkapelle Graben umrahmt wurde. Auf den angrenzenden Wander- und Radwegen hielten zufällig vorbeikommende Menschen inne, stellten Rad und Rucksack zur Seite und nahmen ebenfalls am Gottesdienst teil. Vizelandrat Max Strehle sprach den Vereinen in mehrfacher Hinsicht seinen Dank aus – einerseits für das Engagement bei der alljährlichen Wallfahrt, andererseits für den Einsatz in den Kommunen.