Bei bis zu 13 Bewohnern des Bobinger Kursana-Altenheims wurde im Februar das Noro-Virus diagnostiziert. Wie bei den Krätze-Fällen hat die Heimleitung das nicht gemeldet.

Neuen Ärger um das Kursana-Altenheim in Bobingen: Nachdem das Gesundheitsamt bereits im Januar zahlreiche Krätze-Fälle bestätigt hat, soll es eine neue Infektionswelle gegeben haben. Mitte Februar ist offensichtlich das Noro-Virus ausgebrochen. Zwei Mitarbeiterinnen klagen den Heimleiter an: "Er hat damals nicht nur versucht, die Krätze zu vertuschen, auch das Noro-Virus hat er wieder nicht gemeldet."
Natalie Schneider und Sylvia Kreuz haben bereits im vergangenen Sommer hygienische Mängel und Krätze-Fälle erkannt. Sie haben sich selbst und ihre Familien angesteckt und im Januar daraufhin den Heimleiter angezeigt. Auch jetzt noch sprechen sie von desolaten hygienischen Zuständen.
Das Gesundheitsamt bestätigt: Die Akte ist längst nicht abgeschlossen. Zehn bis 13 Noro-Virus-Fälle habe das Amt Mitte Februar aufgedeckt. "Allerdings ist die Infektion mittlerweile eingedämmt, es gibt keine neuen Fälle", sagt der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes, Dr. Helmut Hübsch. Er betont, dass dieses Virus in Pflegeheimen nicht ungewöhnlich sei.
Allerdings habe die Heimleitung das Noro-Virus nicht selbst gemeldet, sei laut Gesundheitsamt vielmehr selbst von den positiven Befunden überrascht gewesen. Dem widerspricht die Pressesprecherin von Kursana: Laut ihrer Darstellung habe der Heimleiter das Virus am 15. Februar gemeldet - allerdings hatte das Gesundheitsamt bereits einen Tag zuvor, am 14. Februar, entsprechende Untersuchungen durchgeführt. Schneider und Kreuz sprechen von einem "Vertuschungsversuch" - allerdings wissen sie über die Zustände in dem Pflegeheim mittlerweile nur noch über frühere Kollegen, mit denen sie weiterhin in Kontakt sind. Laut deren Aussage hatte sich ein Mitarbeiter bei den Bewohnern mit dem Noro-Virus angesteckt.
Beide Pflegerinnen sind derzeit noch krank geschrieben, Kreuz wird ab April in einem anderen Pflegeheim arbeiten, Schneider ist auf der Suche nach einer neuen Stelle. Jetzt haben sie von den erneuten Vorfällen erfahren. "Viele Bobinger denken, dass an unseren früheren Vorwürfen nichts dran sei", klagen sie. Angeblich kursieren in Bobingen Gerüchte, dass die Ermittlungen bezüglich der Krätze-Vorfälle eingestellt seien, behaupten die beiden Pflegekräfte. Die Kriminalpolizei Augsburg bestätigt jedoch: "Die Ermittlungen sind nicht eingestellt, wir ermitteln aktuell.“ Weitere Auskunft, auch was die Anzahl der eingegangenen Anzeigen betrifft, will der Kripo-Beamte allerdings nicht geben.
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