Königsbrunn Gestern waren Bayerns jüngste Polizeischüler noch mit der Eingewöhnung in die Räume der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn beschäftigt. Es gab einiges an Papierkram zu erledigen, Dokumente wurden ausgetauscht. Vier von ihnen haben in ihren Unterlagen keinen deutschen Pass. Brauchen sie auch nicht. Seit 1. März gilt: Sie müssen nicht einmal nach der Ausbildung die Staatsbürgerschaft wechseln, außer sie steigen in den gehobenen Dienst auf. Beamte werden sie auch so.
Polizeisprecher Helmut Kubsch: „Polizeischüler können auch bislang ihre Ausbildung ohne deutsche Staatsbürgerschaft beginnen, mussten erst zum Ende wechseln. So haben wir in Bayern viele Polizisten mit Migrationshintergrund. In der Praxis hat sich das bestens bewährt. Sie werden im Dienst von Ausländern auch leichter akzeptiert, wenn sie die selbe Sprache sprechen.“
Mit Dougou Saitoglu (Griechenland), Murat Gürel (Türkei), Robert Duric (Bosnien-Herzegowina) und Filip Vidovic (Kroatien) konnte Seminarleiter Rainer Riegel-Fischer nun in Königsbrunn vier Anwärter begrüßen, die im Besitz einer nichtdeutschen Staatsbürgerschaft sind.
Am Donnerstag sind in Königsbrunn 20 Frauen und 118 Männer zu ihrer Polizeiausbildung angetreten. Jeder Sechste davon kommt aus der Region Augsburg.
Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Polizeimeisteranwärter hat Abitur, 44 Prozent haben Mittlere Reife und vier Prozent einen qualifizierten beruflichen Bildungsabschluss. Über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen 31 Polizeischüler.
Das Altersspektrum des neuen Jahrgangs umfasst zwei Generationen, während Franziska Lachmair und Patrick Gschoßmann im Januar gerade mit 17 Jahren das Mindestalter erreicht haben, wird der Bundeswehrangehörige Johann Maddalena im Mai bereits 35.
Riegel-Fischer sieht in der „bunten Mischung“ eine gute Voraussetzung, auf dem gemeinsamen Weg bis zur Ernennungsfeier im August 2014 ein homogenes Team zu werden.