Langenneufnach Eine Gruppe von etwa vier Personen hat am Samstag in Langenneufnach Handzettel verteilt, die sich gegen das geplante Asylbewerberheim im Ort richten. „Asylbewerber in Langenneufnach? Wir sagen nein!“ steht unter anderem auf den Zetteln. Bürgermeister Josef Böck ist über diese Aktion „entsetzt“, wie er gestern im Gespräch mit unserer Zeitung sagte.
Er selbst hat am Samstag zwei junge Männer, die die Zettel verteilten, angetroffen und angesprochen. Sie kämen aus Landsberg, hätten sie ihm geantwortet. Ob dies stimmt, ist unklar.
Auf den Handzetteln ist auf jeden Fall ein Logo der Nationalen Sozialisten Deutschland abgedruckt, für den Hinhalt des Flyers ist im Sinne des Pressegesetzes ein Mann aus Flossenbürg in der Oberpfalz verantwortlich. Laut Medienberichten wurde dieser im Oktober 2011 in den dortigen NPD-Bezirksvorstand gewählt. In Langenneufnach gibt es zwar – wie berichtet – Widerstand gegen das geplante Asylbewerberheim an der Hauptstraße, Bürgermeister Böck glaubt aber nicht, dass ein Bürger seines Ortes an der Handzettelaktion beteiligt war. Im Gegenteil: Die Langenneufnacher Bürger, die öffentlich ihren Protest gegen das Projekt bekundet hatten, sind ebenfalls entsetzt über die Flugblattaktion, weiß Böck. „Wir sind alle aufgeschreckt und verurteilen das“, sagt Josef Böck, der am Samstag auch die Polizei über die Aktion informierte.
Laut Polizei ist keine Straftat erkennbar
Als die Beamten vor Ort eintrafen, waren die Verteiler der Handzettel allerdings bereits weg. Gegen die Aktion beziehungsweise den Hinhalt der Handzettel kann die Polizei nach eigenen Aussagen nichts machen. „Es ist keine Straftat erkennbar“, hieß es gestern von Seiten der Polizei. (SZ)"Augsburg-Teil Seite 31
Infoveranstaltung Die Gemeinde informiert ihre Bürger am morgigen Dienstag um 19.30 Uhr in der Turnhalle über das geplante Asylbewerberheim.