Langerringen Rückwärts einparken? Der Albtraum vieler Autofahrer wurde beim Geschicklichkeitsturnier des Automobilclubs Langerringen wahr. Aber nicht nur das.
Die Aufgaben für die Teilnehmer waren vielfältig: Schlangenlinien vorwärts und rückwärtsfahren, im engen Kreisel wenden, die Breite des eigenen Fahrzeugs schätzen oder an ein Hindernis bis auf 15 Zentimeter heran fahren. Diesen Parcours hatte der Automobilclub Langerringen in altbewährter Manier auf dem Gelände der Firma Malteroup aufgebaut und passte ihn an jedes Fahrzeug individuell an.
Daher war die Schwierigkeit für die Fahrerin einer Limousine genauso groß wie für den Fahrer eines Kleinwagens. Entscheidend waren Können und Fahrpraxis – und natürlich auch die Nerven. Denn die Zeit rennt, während man sein Fahrzeug hoch konzentriert und langsam zwischen den Pylonen hindurch zirkelt. „Ganz schön schwierig“, fand der 19-jährige Konstantin Weber die Aufgaben. Er sitzt seit zwei Jahren hinterm Steuer seines Fiat Pandas und kam nicht nur wegen des Sonnenscheins ins Schwitzen.
Im Gegensatz dazu stieg Susanne Simon (35) nur leicht angespannt in ihren Mercedes Vaneo und absolvierte die Hindernisstrecke souverän und selbstbewusst: „Das ist toll und macht Spaß“, war ihr Fazit, auch wenn das rückwärts Einparken nicht so ganz klappen wollte. „Fehlende Übung“, meinte die Langerringerin mit einem Achselzucken.
Dabei stellt sich Susanne Simon, die schon zehn Mal am Start war, auch der ehelichen Konkurrenz. Ihr Gatte tritt gleich danach mit demselben Wagen an. Unter den prüfenden Blicken seiner Frau legt sich der Berufskraftfahrer Mirko Simon (41) mit angespannter Lässigkeit ins Zeug und kassiert in den ersten beiden Durchgängen jeweils erst ganz am Schluss einen einzigen Fehlerpunkt: „Beim nächsten Mal trete ich mit meinem Lastwagen an“, quittiert er die enttäuschten Rufe der Automobilclub-Mitglieder, die an der Start-Ziel-Linie stehen.
Das Können nicht nur testen, sondern auch trainieren
Aber dann packt Simon doch noch der Ehrgeiz. Es geht um die Langerringer Dorfmeisterschaft. Mit einer Null-Fehler-Fahrt kommt er auch noch als schnellster ins Ziel. Die lautesten Jubelschreie kommen von seiner Frau, die sich längst damit abgefunden hat, dass er mit seinen täglichen Fahrten einfach mehr Erfahrung hat. Aber sie sagt auch: „Es gibt mir ein gutes Gefühl, einmal im Jahr bei diesem Wettbewerb anzutreten und mein Können nicht nur zu testen, sondern auch zu trainieren. Mit dieser Erfahrung bewege ich mich und mein Kind sicherer durch den Straßenverkehr.“
Die Siegerehrung findet im Rahmen einer anderen Veranstaltung statt, spätestens mit der Jahresabschlussfeier.