Samstag, 25. Mai 2013

31. Dezember 2010 04:40 Uhr

Singen, sammeln, segnen

Gewänder und Turbane, Sterne und Weihrauchfässer liegen schon bereit für die Sternsinger, die zu Beginn des neuen Jahres wieder in vielen Pfarreien unterwegs sein werden. Von Peter Stöbich

Die Sternsinger ziehen Anfang Januar von Haus zu Haus und bitten um Spenden. Foto: Peter Stöbich
Foto: Peter Stöbich

In Schwabmünchen wird der Aussendungsgottesdienst an Neujahr um 10.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche gefeiert. Schon seit 20 Jahren tragen Kinder und Jugendliche in Schwabmünchen Lieder und Texte vor, um Spenden für soziale Zwecke zu sammeln. Heuer sorgt ein siebenköpfiges Team für die Organisation der 35 Gruppen.

Begonnen hatte die Aktion 1991 in wesentlich kleinerem Rahmen unter der damaligen Gemeindereferentin Christine Keppeler, die einige Helferinnen um sich scharte. "Gewänder mussten genäht, Sterne, Weihrauchfässer, Spendendosen gebastelt und ein Straßenplan erstellt werden", berichtet Xaver Knoll.

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Der pensionierte Grundschulrektor kümmert sich schon seit vielen Jahren ehrenamtlich um die Spendenaktion. "Anfangs konnte nur ein kleiner Teil des Stadtgebiets besucht werden", sagt er, "dagegen sind heute auch bei Minustemperaturen fast 150 Leute unterwegs." Mit dabei die Könige, der Sternträger und eine erwachsenen Begleitperson. Sie werden von vielen Schwabmünchnern oft schon erwartet und freudig begrüßt.

Die Wünsche zum neuen Jahr haben sich als sehr segensreich erwiesen und 2009 rund 32 300 Euro an Spendengeldern eingebracht. Mit den Gruppen aus Mittelstetten und Schwabegg sind in den vergangenen zehn Jahren 280 000 Euro zusammen gekommen.

Über einen Teil dieses Geldes freut sich der afrikanische Pfarrer Joachim Mugalu. Er vertritt seit vielen Jahren den Pfarrer während der Ferien. Mugalu stammt von der Insel Buvuma, die im ugandischen Teil des riesigen Viktoriasees liegt. "Dort wurde mit den Sternsingerspenden eine Schule errichtet, die jetzt fast 370 Kinder besuchen", erzählt Knoll. Wenn das Projekt abgeschlossen ist, wird es eine komplette Grundschule geben.

Stadtpfarrer Klaus Ammich und einige Gemeindemitglieder waren vergangenes Frühjahr elf Tage in Uganda unterwegs, um sich davon zu überzeugen, dass die Gelder auch an der richtigen Stelle ankommen. "Wir schmieden schon Zukunftspläne", sagt Ammich: Nach dem Schulabschluss soll den Kindern und Jugendlichen in einer neuen Einrichtung eine handwerkliche Ausbildung ermöglicht werden.

Für ein solches Hilfsprojekt sind viele helfende Hände nötig, die in Schwabmünchen zum Beispiel Gewänder in allen Größen nähen. Das ehrenamtliche Vorbereitungsteam besteht neben Knoll aus dessen Cousin Karl Knoll sowie Genovefa und Peter Würstle, Maria Hartmann, Margarete Hieber und Marianne Höfer. Sie sorgen für die Zusammenstellung der 35 Teams, die Anprobe im Pfarrzentrum und das Abschlusstreffen. "Man kann sich kaum vorstellen, wie viel Arbeit wirklich dahinter steckt", sagt Knoll. Er ist froh über die Unterstützung vieler Eltern.

Wenn die Sternsinger bei ihrem Rundgang durch Schwabmünchen niemanden antreffen, hinterlassen sie einen Zettel im Briefkasten. So können die Bürger durch einen Telefonanruf die drei Könige bestellen und mit dem Kreidezeichen "20*C+M+B+11" den Segen erbitten. Ein Gottesdienst am 6. Januar um 10.30 Uhr bildet das offizielle Ende der Sternsinger-Aktion.

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Brauchtum | Schwabmünchen

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