Hans-Jürgen Spitz, der Vorsitzende der Bürgerinitiative, und dessen Stellvertreter, Andreas Halscheidt, hatten um ein Treffen gebeten. Einen Tag vor Heiligabend kam Oberstleutnant Dohler diesem Wunsch gerne nach. Denn, so Dohler, das Geschwader freut sich über den Rückhalt aus der Bevölkerung. "Bei den Soldaten herrscht ein großer Zuspruch für die Initiative. Etliche engagieren sich auch aktiv", berichtete Dohler.
Die Beweggründe dafür liegen auf der Hand. Nicht nur die Bevölkerung befürchtet die Konsequenzen einer Verkleinerung oder gar Schließung des Standortes. Auch bei den Soldaten sei aufgrund der geplanten Neuausrichtung der Bundeswehr und der auferlegten Sparmaßnahmen eine "Unsicherheit" da, sagte Dohler. 8,3 Milliarden Euro soll die Bundeswehr laut Vorgabe der Bundesregierung bis 2014 sparen. Gleichzeitig soll die Zahl der Soldaten von derzeit 240 000 auf etwa 185 000 reduziert werden.
Das Geschwader bekommt die Veränderungen bereits zu spüren. "Nächstes Jahr stehen uns aus Spargründen bereits weniger Flugstunden zur Verfügung", sagte Dohler. Was die kommenden Entscheidungen angehe, gebe es noch viele unbekannte Faktoren. "Unsere Aufgabe ist es, die Vorteile des Standortes herauszustellen." Für den Standort spreche unter anderem die Größe. Mit rund 20 Quadratkilometern sei der hiesige Bundeswehrstandort doppelt so groß wie andere.
Dazu zählt auch die bereits geschlossene Kaserne Schwabstadl. "Seit 15. Dezember sind dort die Tore komplett geschlossen", berichtete Dohler. Doch ganz gebe die Bundeswehr den Standort nicht auf. "Vielleicht ist die große Fläche, die uns hier zur Verfügung steht, nächstes Jahr ein positiver Faktor." Doch gleichzeitig gibt Dohler zu bedenken: "Es gibt hier nichts an Faktoren, die man nicht auch verlegen könnte."
Dohler hatte aber auch eine gute Nachricht. Aktuell habe er eine weitere Anfrage der Augsburger Firma Premium Aerotec vorliegen. Von ihr gefertigte Teile des A 380 werden bereits von Lagerlechfeld mit dem Transportflugzeug Beluga abgeholt. Jetzt liege eine Anfrage vor, die Nutzung des Militärflughafens noch zu verstärken.
Treffen Die Bürgerinitiative trifft sich wieder am Montag, 27. Dezember, um 20 Uhr im Schlossrestaurant, Schlossberg 5, in Untermeitingen.