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Testfahrt: Theorie und Praxis an der Bushaltestelle

Testfahrt

Theorie und Praxis an der Bushaltestelle

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    Stauden/Bobingen Busfahrer sollen auch bei winterlichen Straßenverhältnissen minutengenaue Fahrpläne einhalten. Mit viel Geschick bringen sie ihre Fahrgäste dennoch sicher ans Ziel. Doch einfach ist das keineswegs. Einer, der über ihre Ängste spricht, ist Dieter Grohmann, Betriebsratsvorsitzender bei der Schwaben Mobil Nahverkehr Service GmbH in Bobingen. Er sagt: „Als Busfahrer stehst du immer mit einem Bein im Gerichtssaal.“ Dabei muss es nicht einmal um Unfälle gehen. Es gibt eine Vielzahl an Vorschriften, die einzuhalten sind. So darf ein Bus an der Haltestelle nicht rückwärtsfahren, doch wie soll es ohne Rangieren gehen, wenn sich zum Beispiel zu den Stoßzeiten die Busse am Bahnhof in Bobingen auf engstem Raum drängen? Mal muss er die Warnblinkanlage einschalten, an einer anderen Haltestelle darf er das gar nicht. Autofahrer würden die Zeichen zwar seltenst richtig interpretieren, doch wenn ein Fahrgast vors Auto läuft, sei der Busfahrer im Visier der Ermittler. Grohmann: „Gerade eben hatten wir in Ulm einen Fall, wo der Busfahrer erst vor Gericht seine Unschuld zeigen konnte.“ Was sich Busfahrer vor allem im Winter wünschen:

    Buswartehäuschen Sie sind keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Eine Testfahrt unserer Zeitung von Bobingen in die Stauden und zurück zeigte: Je weiter weg von der Stadt, umso seltener werden die Unterstände. Schulbushaltestellen gibt es in den Dörfern zwar in großer Zahl, doch Unterstände oft nur im Dorfkern oder nur auf einer Straßenseite. Grohmann: Kommt der Bus dann bei schlechtem Wetter einige Minuten später, sitzen die Kinder klatschnass im Bus. Jugendliche, die bis nach Augsburg müssen, kommen über eine halbe Stunde lang nicht aus den nassen Klamotten.“

    Winterdienst Bei der Testfahrt am Montagmorgen ab 6.45 Uhr waren Wege und geparkte Autos vereist, die Straßen jedoch frei durch Salz. Flüssiger Berufsverkehr auch auf der Kreisstraße in die Stauden. Doch alle Haltebuchten vereist. Hier leisten Schutzengel Schwerstarbeit. Grohmann: „Wenn der Bus in eine wartende Kindergruppe rutscht, nicht auszudenken. Wenn es schneit, schiebt der Pflug alles in die Bucht, es wird festgefahren und gefriert.“ Die Busfahrer wissen: Die Räumdienste tun das Möglichste. Laut Vorschrift müssen sie auch die Haltestellen freihalten. Doch das sei in der Praxis schwer machbar: „Der Pflug fährt auf der Straße gerade durch, was soll er sonst machen?“

    Landratsamt und Stadt Bobingen versichern, die Beobachtung am Montag sei ein Einzelfall. Die Räumdienste kämen ihrer Pflicht durchaus nach.

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