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Bürgergespräch: Windrad am Dach? Passivhaus zur Probe?

Bürgergespräch

Windrad am Dach? Passivhaus zur Probe?

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    Experten und Politiker diskutierten beim Bürgergespräch der LEW im Hotel Zeller in Königsbrunn Aspekte der Energiewende: (von links) Prof. Georg Sahner, Landrat Martin Sailer, Königsbrunns Bürgermeister Ludwig Fröhlich, Moderator Jürgen Marks, Mitglied der Chefredaktion unserer Zeitung, LEW-Vorstand Paul Waning und Prof. Wolfgang Mauch.
    Experten und Politiker diskutierten beim Bürgergespräch der LEW im Hotel Zeller in Königsbrunn Aspekte der Energiewende: (von links) Prof. Georg Sahner, Landrat Martin Sailer, Königsbrunns Bürgermeister Ludwig Fröhlich, Moderator Jürgen Marks, Mitglied der Chefredaktion unserer Zeitung, LEW-Vorstand Paul Waning und Prof. Wolfgang Mauch. Foto: Hermann Schmid

    Königsbrunn Gut 90 Minuten stellten beim Bürgergespräch der LEW am Donnerstagabend im Hotel Zeller Fachleute und Kommunalpolitiker die vielschichtigen Herausforderungen der Energiewende dar (siehe Bericht auf Seite 1). Dann konnten die Bürger ihre Anliegen ansprechen. Sie machten deutlich, dass die große Energiewende vor Ort über viele kleine Hürden muss.

    Windkraft Richard Danner überlegt sich, Strom aus dem Wind auch am Giebel seines Königsbrunner Reihenhauses zu gewinnen und wollte wissen, ob sich das rechnet. LEW-Vorstand Paul Waning machte ihm da wenig Hoffnung. Die verfügbare Technik stamme eher „aus dem Camping-Bereich“.

    Wärmepumpen Die holen Wärme aus dem Grundwasser und können die Heizkosten deutlich senken. Sie werden, weil mit Strom betrieben, von den LEW beworben, sind aber in Teilen von Königsbrunn nicht zugelassen, weil hier Grundwasserschichten sehr hoch liegen.

    Kommunales Stromnetz Ein Bürger aus dem Landkreis Landsberg wollte vom LEW-Vorstand wissen, wie sein Unternehmen zur Übernahme lokaler Stromnetze durch Kommunen stehe. Die Stadt Landsberg/Lech hat das vor zwei Jahren umgesetzt, im Königsbrunner Stadtrat wurde es diskutiert.

    Paul Waning wies darauf hin, dass ein Netzbetrieb mit sehr vielen Unwägbarkeiten verbunden sei. „Im großen Verbund kann man Netze effizienter betreiben.“

    Musterhaus Mit effizientem Heizen kann man am meisten Öl und CO² einsparen. Das Passivhaus mit viel Dämmung und geregeltem Luftaustausch gilt hier als wegweisend. Alfred Rauhut hat sich eines gebaut und weiß, es ist gewöhnungsbedürftig. „Energiesparen hat finanzielle und emotionale Aspekte.“ Er regte eine Art „Energiespar-Musterhaus“ an, das alle Möglichkeiten aufzeigt und auch zum Wohnen auf Probe bereitsteht.

    Gebäudesanierung Die geschätzten Kosten für energieeffiziente Sanierung von Altbauten liegen viel höher als die für die nötigen Investitionen in Windkraft, stellte Franz Feigl fest. Wer soll das bezahlen? Prof. Sahner setzt hier seine Hoffnungen auf die 20 oder 25 Jahre nach Errichtung anstehenden Sanierungen und betonte: „Energetisch voll sanierte Gebäude haben einen großen Wohlfühleffekt“.

    Beratung Weit über 10 000 Energieberater sind in Deutschland aktiv, bemerkte Sahner. Adressen gebe es etwa bei den Architekten- und Ingenieurskammern. Die Deutsche Energieagentur (Dena) gebe derzeit eine neue Zertifizierung aus. Die Kosten für eine gründliche Beratung, die in einen Energieausweis für die Immobilie münde, liegen bei 700 bis 800 Euro. Sie kann mit bis zu 50 Prozent gefördert werden.

    Eine kostenfreie „Impulsberatung“ bietet auch das Landratsamt, unter anderem in der Außenstelle in Schwabmünchen. Kontakte vermittelt die Klimaschutzbeauftragte des Landkreises, Margit Spöttle, unter Telefon 0821 / 3102-2195.

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