Bobingen Immer konkreter werden die Planungen des TSV Bobingen zu baulichen Maßnahmen im Stadion an der Hoechster Straße. „Es läuft gut“, betonte Erwin Treischl, Vorsitzender des Vereins mit derzeit 1650 Mitgliedern.
Seit im Dezember 2010 der Pacht- und Pflegevertrag des Vereins mit der Stadt Bobingen zum Stadion mit einer „win-win-Situation“ für alle Beteiligten geschlossen worden war, musste die Bebauung mehrfach umgeplant werden, da es an finanziellen Mitteln haperte.
Trotzdem ist seither einiges geschehen. „Die Stadt hat in allen Punkten Wort gehalten und die versprochenen Arbeiten durchgeführt“, freut sich Treischl und zählt auf: „Der Stehwall auf der Ostseite wurde gebaut, die Tartanbahn gereinigt, es gab eine große Rodungsaktion und der Zaun wurde repariert.“ Zugesagt wurde auch, die Tartanflächen im Stadion zu sanieren. Doch das wollen wir so lange wie möglich hinausschieben. Ich schätze, dass wir die Stadt in allerfrühestens fünf Jahren bitten, ihr Versprechen einzulösen.“
Fleißige Leichtathleten
Und auch der Verein war nicht untätig und half dabei, das Stadion auf Vordermann zu bringen. „Wir zahlen jeder Abteilung für jedes Mitglied und dessen Arbeitsleistung pro Stunde acht Euro in die Kasse. Das klappt prima. Besonders fleißig sind die Leichtathleten“, betont Wolfgang Schwindt, stellvertretender TSV-Vorsitzender. „Der Verein zahlt sich damit quasi in die eigene Tasche. Das ist eine tolle Situation für alle Beteiligten“, so Treischl.
Parallel zu den Arbeiten laufen auch zwei verschiedene Gebäude-Bauplanungen:
DasFunktionsgebäude
1,2 Millionen Euro veranschlagt der Verein derzeit für das sogenannte Funktionsgebäude: sechs Umkleidekabinen, zwei Schiedsrichterkabinen, Toiletten, Lagerräume und zwei Gymnastikräume (140 und 50 Quadratmeter). Es soll zweistöckig in konventioneller Ziegelbauweise nahe der nordöstlichen Kurve der Tartanbahn entstehen.
Tribüne
215000 Euro soll die 35x9 Meter große zweigeteilte Tribüne im Osten der Tartanbahn kosten, die als Stahlskelettkonstruktion vorgesehen ist. Auf ihr sollen 200 Sitz- und eine noch nicht genauer bezifferte Menge von Stehplätzen gebaut werden, darunter Stauräume für Sport- und Pflegegeräte sowie Toiletten. Die besondere Idee dabei: Die Sitzplätze sollen, nach dem Vorbild des Düsseldorfer Stadions, an Sponsoren verkauft werden. Östlich davon sind etwa 80 Parkplätze mit der notwendigen Infrastruktur geplant.
Sowohl auf der Tribüne als auch auf dem Funktionsgebäude soll eine Photovoltaikanlage installiert werden.
Der Verein rechnet mit einem Gesamtkostenaufwand von rund 1,4 Millionen. Die Finanzierung soll wie folgt aussehen (in Euro):
Zuschuss Stadt 420000
Zuschuss BLSV 330000
Ablöse Wiesenhang 200000
Eigenleistung 150000
Finanzierung 300000
„Wenn das alles so klappt, dann brauchen wir kein Geld aus dem Tagesgeschäft des TSV für die geplanten Maßnahmen. Es dürfte weder eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags noch eine Sonderumlage geben“, so Dieter Hentschel, stellvertretender TSV-Vorsitzender. Zinslast und Tilgung sollen durch den Gewinn aus den Photovoltaikanlagen und der erwirtschafteten Eigenleistung aus den Unterhaltszahlungen der Stadt, das sind 25000 Euro pro Jahr, für das Stadion getragen werden: „Uns kostet der Unterhalt dank günstiger Arbeitskräfte allerdings nur rund 12 000 Euro“, so Treischl.
Den Baubeginn setzt der Vorstand für 2013 an, die Fertigstellung erwartet er für Ende 2014.
Sorgen bereitet dem TSV vor allem, dass mit der Auszahlung des BLSV-Zuschusses erst in etwa fünf bis acht Jahren zu rechnen ist und der Verein die Zwischenfinanzierung der 330000 Euro nicht stemmen kann. „Wir stehen mit der Stadt in Verhandlungen, ob sie die Zinslast übernimmt und sind auf einem guten Weg“, erklärt Treischl und fügt hinzu: „In diesem Zusammenhang wäre es gut, wenn es uns gelingen würde, dass die Bauarbeiten von Bobinger Firmen ausgeführt würden, trotz Ausschreibung.“