Nürnberg Da es inzwischen wieder in ist, gegen Atomkraft auf die Straße zu gehen, sei es auch erlaubt, den Liedermacher Hannes Wader aus der Kiste zu holen. „So vergeht Jahr um Jahr und es ist mir längst klar, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, wie es war“, singt der Barde seit den 1980er Jahren und drückt damit auch aus, dass nichts beständiger ist als der Wandel. Eben jenes hat auch eine ganze Menge mit dem 1. FC Nürnberg zu tun. Vom Fast-Absteiger der Vorsaison hat sich der Club unter Trainer Hecking zu einer feinen Adresse im deutschen Fußball gemausert. „In Nürnberg muss man auch mal froh sein, einen Punkt mitzunehmen“, sagte der Mainzer Trainer Tuchel nach dem 0:0 in der zum „Endspiel auf dem Weg nach Europa“ hochstilisierten Partie.
Mit seinem unbequemen (für die Gegner), weil kampfbetonten und attraktiven Spiel (für die eigenen Fans) hatte der Club in dieser Saison vor allem zu Hause die Grundlage gelegt, dass er an die Euro League schnuppern darf. Mit dieser Spielweise ging einher, dass sich der FCN in schöner Regelmäßigkeit mehr Spielanteile und Torchancen als die Gegner ertrotzte. Über den Kampf zum Spiel war das Ziel. Es reichte für viele Mannschaften nicht zum angestrebten Punktgewinn in der Noris. Mit dem Abstiegskampf hat Nürnberg in dieser Saison schon längst nichts mehr am Hut.
Hatte der Club bislang in dieser Saison seine Kontrahenten mit dem Hintergedanken empfangen, ohne Wenn und Aber gewinnen zu wollen und Zähler zu sammeln, um am Ende endlich mal wieder beschwerdefrei zu sein, so machte sich erstmals anderes Gedankengut in den Köpfen breit: Hauptsache nicht verlieren, um die Chance auf Platz fünf und die Euro League zu wahren.
Der Wandel in den Köpfen
Der Wandel in den Köpfen schlug sich gegen stur defensive Mainzer auf dem Platz nieder. Nichts mehr war vom befreiten Spiel des FCN zu spüren, mit dem er sich die gute Ausgangslage erarbeitet hatte. Viel Kampf, noch mehr Krampf. Ein Pfostenschuss nach Freistoß von Ekici (25.), mehr war es nicht an Chancen. Mainz hätte durch Schürrle (70.) gewinnen müssen, doch der verzog aus acht Metern.
Hecking: „Das Spiel war von Taktik geprägt. Bevor man alles verliert, ist man froh über einen Punkt.“ Torwart Schäfer lapidar: „Es hat sich nichts geändert.“ Da irrt er wohl. Der Wandel des FCN... Allein die Botschaft von Wader lässt hoffen, dass es wieder besser wird in den letzten drei Spielen.
Zuschauer 48548 (ausverk.)