Samstag, 25. Mai 2013

03. Juni 2011 08:26 Uhr

Tennis

Andrea Petkovic: kein Grund zu zweifeln

Es hat nicht sollen sein für Andrea Petkovic. das Halbfinale der French Open blieb ihr verwehrt. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Von Doris Henkel

Andrea Petkovic scheiterte im Viertelfinale der French Open.
Foto: dpa

Zur letzten Pressekonferenz hatte sie eines der weißen T-Shirts angezogen, die tausendfach an den Ständen des Stade Roland Garros verkauft werden. Es war so neu, dass auf der linken Schulter noch ein kleines Plastik-Etikett klebte, aber das Shirt passte tipptopp, und alles war in Ordnung. Es gibt ja Menschen, die behaupten, eine Niederlage müsse furchtbar wehtun, um daraus lernen zu können, aber in diesem Fall brauchen die Erkenntnisse wohl keine Tränen, um die Wirkung zu verstärken.

Andrea Petkovic’ letzter Auftritt bei den French Open 2011, in einem Satz zusammengefasst: Gegen eine von Anfang bis Ende trotz böigen Windes fast fehlerlos spielende Maria Scharapowa schlug sie nicht gut genug auf und kam zu spät in Tritt (0:6, 3:6). Und damit zum positiven Teil der Bilanz.

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Wie bei den Australian Open gehörte sie ohne eine einzige optimale Partie zu den besten acht Spielerinnen des Turniers. Aber im Gegensatz zu den Ereignissen zu Beginn des Jahres stand der Tankanzeiger am Ende der Strecke nicht auf Reserve. In Melbourne, so sagt Petkovic, sei sie am Ende total erschöpft gewesen. „Da war alles noch so neu. Diesmal hab ich das Gefühl gar nicht.“ Mit einem Sieg gegen Scharapowa wäre sie unter den Top 10 des Frauentennis gelandet, aber diese Gelegenheit dürfte nur aufgeschoben, nicht aufgehoben sein. Sie meint, die ersten Vier oder Fünf der Rangliste seien sicher im Moment noch außerhalb ihrer Reichweite, sie sei aber auf jeden Fall schon in der Lage, die Besten zu ärgern. Zu den Herausforderungen wird es nun gehören, an den Erfolgen von Melbourne und Paris gemessen zu werden, aber dass manche Dinge einfach ein wenig Zeit brauchen, zeigt das Beispiel Paris.

Der Altersschnitt jener vier, die am Donnerstag im Halbfinale spielten – Li Na besiegte Maria Scharapowa mit 6:4, 7:5, Francesca Schiavone gewann 6:3, 6:3 gegen Marion Bartoli –, liegt bei rund 27 Jahren, und im Vergleich damit hat Andrea Petkovic mit 23 keine Verspätung – auch wenn sie das zu Beginn ihrer Karriere manchmal befürchtet hatte.

Es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln, dass sie Paris eines Tages nicht nur mit einem T-Shirt aus dem Fan-Shop, sondern auch mit einem Pokal im Arm verlassen könnte.

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