Fußball-Bundesliga live und kostenlos - das klingt verlockend. Das Internet macht's möglich. Doch die Liga-Bosse zücken die Rote Karte. Für Fans ist das Vergnügen nicht ohne Risiken und Nebenwirkungen.

Das Angebot klingt verführerisch: Spiele der Fußball-Bundesliga live und kostenlos - das Internet macht's möglich. Im Web lassen sich viele Links zu Live-Bildern aus dem Sport finden. Die Angebote haben jedoch einen Haken: Wer sie nutzt ist zumindest in der rechtlichen Grauzone. Der Deutschen Fußball-Liga sind die illegalen Übertragungen ein Dorn im Auge; sie geht gerichtlich dagegen vor.
Die Meldung ist ziemlich kurz: "DFL geht weiter gegen illegale Internet-Auftritte vor" steht darüber. Im Text verkünden die Bundesliga-Bosse, dass das Landgericht Frankfurt "gegen den Betreiber des Web-Auftritts www.fussball-livestreams.de" eine einstweilige Verfügung erlassen" hat. Dort waren Links zu Livestreams von Bundesliga-Spielen zu finden - jetzt sind sie verschwunden.
DFL-Geschäftsführer Tom Bender sagt: "Das ist keine Bagatelle. Wir werden mit Nachdruck die Rechte unserer Lizenzpartner schützen, die für die Clubs eine wesentliche Refinanzierungssäule darstellen."
Hierzulande sind die Live-Rechte an den Bundesligen an Sky (Pay-TV) und die Telekom (Internet) verkauft. Wer zuschauen will, muss bezahlen. Zugleich bieten etliche Internetseiten aber kostenlose Livestreams an. Dort können deutsche Fans dann zum Beispiel die chinesische Übertragung einer Bundesligapartie verfolgen, die in China ganz legal läuft. Die DFL hat Bundesligarechte auch ins Ausland verkauft - aber nur für das jeweilige Land.
Wenn die Bilder aber per Internet nach Deutschland zurückkommen, sieht die DFL darin eine Rechtsverletzung. Sie hat eine englische Firma beauftragt, die die Livestream-Angebote überwacht und geht schon seit längerem gegen einschlägige Seiten vor. Die Meldung vom Montag war jedoch der erste Schritt, der öffentlich verkündet wurde. Das Ziel: Ein Zeichen setzen.
Fußball-Fans sind dem Vernehmen nach noch nicht ins Visier der DFL geraten. Wer sich ausländische Livestreams anschaut, kommt jedoch schnell in eine rechtliche Grauzone. Wie grau, das entscheidet die Technik. Wer einen Livestream auf einer Internetseite anschaut, muss sich weniger Sorgen machen: "Ich denke es wird nicht viel passieren, wenn eine Privatperson einen reinen Livestream anschaut", sagt Anwalt Hagen Hild aus Augsburg. Hier zieht das Recht der Privatkopie. Es endet, wenn dem Zuschauer klar war, dass ihm die Bilder "offensichtlich rechtswidrig zugänglich" gemacht worden sind.
Anders ist die Lage, wenn der Anbieter die Peer-to-Peer-Technik wie bei Musiktauschbörsen nutzt. Dabei wird ein Empfänger schnell auch zum Verbreiter eines Livestreams - und es wird gefährlich. "Wer Livestreams selbst weiterverbreitet, schießt sich aus dem Bereich der Privatkopie heraus", sagt Hild. Die Chance, erwischt zu werden, sei dann "nicht gering" - Beispiel: Musiktauschbörsen. (Marcus Bürzle)
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