Die Wahl des deutschen Fahnenträgers bei der Eröffnungsfeier in Vancouver entwickelt sich zur Qual.

Eigentlich ist es für jeden Sportler eine große Ehre bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele die deutsche Fahne tragen zu dürfen. Nur diesmal ist die Wahl des deutschen Fahnenträgers in Vancouver eine Qual.
Der Kreis der Kandidaten ist aus Mangel an illustren Namen klein und die Selektion durch den Zeitplan eingeschränkt. «Es soll ein erfolgreicher Athlet sein, der sympathisch ist und für Deutschland wirbt», nannte Ulf Tippelt, Leistungssportdirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die Anforderungen für das Ehrenamt. Am Mittwoch will der DOSB den deutschen Fahnenträger bekannt geben.
Die Anforderungen träfen im besonderen Maße auf die alpine Strahlefrau Maria Riesch, den dreimaligen Biathlon-Olympiasieger von 2006, Michael Greis, Bob-Fahrer André Lange, der wie in Turin den Doppelsieg im Zweier und Vierer anstrebt, sowie Claudia Nystad (Langlauf) und Björn Kircheisen (Nordische Kombination) zu.
Streitlust und Erotik-Fotos dürften dem Profil nicht entsprechen und Eisschnelllauf-Star Anni Friesinger-Postma nicht zur ersten Wahl machen. Zeit hätte die 33 Jahre alte Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin aber: Sie muss erst am kommenden Sonntag in Richmond Olympic Oval über 3000 Meter auf das Eis.
Nicht infrage kommen die Biathletinnen Magdalena Neuner und Andrea Henkel, für die ebenso wie für die Rodel-Männer schon am Tag nach der Olympia-Eröffnung die Wettkämpfe auf dem Programm stehen.
Die Skispringer mit dem Olympia-Zweiten von 1998, Martin Schmitt, der ein Mann für die Flagge wäre, müssen sogar schon unmittelbar nach der Eröffnungszeremonie zur Qualifikation auf der Normalschanze antreten.
Problematisch ist es auch für andere deutsche Athleten aus Whistler, auch wenn sie erst zwei Tage nach dem Einmarsch der Nationen im BC Place Stadium ran müssen: Fünf Stunden dauern An- und Abfahrt aus dem 120 Kilometer entfernten Nobel-Skiort.
Leichter fiel die Wahl der Fahnenträger bei den letzten beiden Olympischen Spielen. Bei den Winterspielen in Turin machte Biathletin Kati Wilhelm nicht nur mit dem schwarz-rot-goldenen Banner eine gute Figur, sondern gehörte mit einmal Gold und zweimal Silber zu den erfolgreichsten Starterinnen.
In Peking erwies sich Basketball- Superstar Dirk Nowitzki als Glückstreffer. «Wir hatten mit Dirk Nowitzki eine hervorragende Wahl getroffen. Für Vancouver ist noch nichts entschieden», sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper. (dpa)
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