Justin Timerblake wechselt bis zu sechs Mal am Tag seine Unterhose - Michael Jordan dafür höchst selten seine Shorts. Stars haben Marotten. Auch Michael Schumacher. Der dreht keine Runde ohne einen besonderen Glücksbringer. Von Milan Sako

Der Aberglaube treibt seltsame Blüten. Manche spülen ihr Haar nur mit Mineralwasser, andere leiden unter einem Putzfimmel. Aber was machen echte und Möchtegern-Stars nicht alles, wenn sie an Ritualen kleben, weil sie ihnen irgendwann Glück gebracht haben.
Da ist zum Beispiel Rockstar Justin Timberlake, der solch panische Angst vor Keimen oder Krankheiten hat, dass er bis zu sechs Mal pro Tag die Unterhose wechselt.
Wesentlich pflegeleichter war da schon Michael Jordan. Der amerikanische Basketball-Star trug für mehrere Monate dieselben Shorts bei den Spielen seiner Mannschaft. Er fürchtete, dass seine Glückssträhne abreißen würde, wenn er seine Hose wechselt. Wenn man bedenkt, dass das gute Stück vermutlich aus hundert Prozent Polyacryl war, kann man leicht nachvollziehen, dass zu viel ehrlicher Männer-Schweiß einsam macht. Die Serie musste halten.
Auch Michael Schumacher hat seine Marotten. Wenn er am Sonntag beim Formel-1-Auftakt in Bahrain seinen Dienst bei Mercedes antritt, wird er nicht einfach so seinen Arbeitsplatz einnehmen. Schumi ist abergläubisch und steigt nie von rechts ins Auto. Auch die Startnummer fünf musste unbedingt sein. Eigentlich sollte die einstige Nummer eins der Königsklasse mit der 4 auf dem neuen Silberpfeil ins Rennen gehen. Doch tauschte er mit Erlaubnis des Rennstalls die Startnummer mit Rivale Nico Rosberg. Teamchef Ross Brawn wisse eben, "dass ich ungerade Startnummern lieber mag", erklärte Schumacher. Schließlich brachten sie ihm bislang Glück: Bei allen sieben WM-Titeln trug er eine ungerade Startnummer; fünfmal die 1 und je einmal die 3 und die 5.
Chinesische Schriftzeichen mit den Namen seiner beiden Kinder auf dem roten Helm, ein Armband von Frau Corinna, ein Haifischzahn um den Hals, den er einst von einem Tauchlehrer geschenkt bekam: Schumacher, der Perfektionist, überlässt wirklich nichts dem Zufall. Auch nicht bei seinen Glücksbringern.
Das zeigt eine Episode, die aus der Saison 2004 in Bahrain (!) überliefert ist. Schumacher findet sein Amulett nicht. Vor der Rennpremiere des Wüstenkurses in Sachir stellt der damalige Ferrari-Pilot fest: Er hat den Glücksbringer im Hotel vergessen. Das Amulett muss herbei. Schumachers damaliger Masseur Balbir Singh eilt in die Unterkunft, holt es, Schumacher gewinnt das Rennen und am Ende zum bislang letzten Mal die Weltmeisterschaft. Von Milan Sako
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