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08. Juni 2011 13:26 Uhr

Basketball

Dirk Nowitzki - der ungekrönte Basketballkönig

Die Welt schaut auf das spannende Finale in der NBA, die Welt schaut auf Dirk Nowitzki. Doch wer ist eigentlich dieser deutsche Ausnahmebasketballer?

Dirk Nowitzki bleibt trotz des Hypes um seine Person gelassen. dpa

Keine Superlative, die für Dirk Nowitzki nicht herangezogen worden sind: Er gilt als bester europäischer Basketballer der Geschichte,  ein Superstar des Sports, ein Jahrhunderttalent und er lebt eine Bilderbuchkarriere im Spitzensport vor.

Wie kam es, dass Dirk Nowitzki zum Ausnahme-Basketballer avancierte?  Die sportlichen Voraussetzungen hätten für den 1978 in Würzburg geborenen Dirk nicht besser sein können: Sein Vater war erfolgreicher Handballer, seine Mutter Basketballspielerin in der deutschen Nationalmannschaft. So galt es für ihn eigentlich nur die Entscheidung zu treffen: Handball oder Basketball? In seiner Jugend spielte er Handball und hatte einmal selbst gesagt, dass er es wohl in die Handball-Bundesliga geschafft hätte. Mit 14 Jahren war Dirk immerhin schon 1,89 Meter groß. Größe ist für beide Sportarten von Vorteil - Dirk entschied sich aber im Alter von 13 Jahren für Basketball. Die richtige Entscheidung (wenn auch möglicherweise nicht für den deutschen Handball), wie sich schnell herausstellte.

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In den folgenden Jahren schaffte es der Würzburger in die deutsche Jugendauswahl, er spielte in der U22- Nationalmannschaft und führte seine Mannschaft, die DJK Würzburg, in die Basketball Bundesliga. Damals trug er noch einen silbernen Ohrring - "jeder begeht Jugendsünden", kommentierte Nowitzki später. Für Schule blieb dabei nicht so viel Zeit. Nowitzki sagt selbst, er sei kein guter Schüler gewesen. Das Abitur schaffte er trotzdem, wenn auch nur mit der Abschlussnote 3,3.

Dirk Bauermann: "Er ist ein Jahrhunderttalent"

Doch schnell wurde ihm und seinem Entdecker, Mentor und Manager Holger Gschwindner klar, dass es für Dirk nur ein Ziel geben konnte: Die NBA, die amerikanische Profi-Baskeball-Liga, die beste Liga der Welt. Seit 1999 spielt Nowitzki bei den Dallas Mavericks. Für seinen Erfolg musste Dirk Nowitzki immer hart arbeiten - und er war auch bereit dazu. Der deutsche Nationaltrainer Dirk Bauermann sagte einmal über ihn: "Er ist nicht nur ein Jahrhunderttalent, er arbeitet auch härter als alle anderen." Gemeinsam mit Holger Geschwindner absolvierte er regelmäßig ein Extra-Trainingseinheiten in der Halle. So wurde der 2,13 Meter große Basketballer zum Führungsspieler seines Teams, zum Topscorer, zum Kapitän - einfach unverzichtbar eben. Und er gab sich nie zufrieden. Sein Trainer Rick Carlisle bescheinigte ihm die Arbeitsmoral eines Ersatzspielers, der alles tut, um endlich spielen zu dürfen. Sein Mitspieler Tyson Chandler sagte, es sei unglaublich, wieviel er investiert, um besser zu werden. Noch besser.

Nowitzki war der erste Europäer, der MVP wurde

Ein absoluter Höhepunkt für Dirk Nowitzki war die Auszeichnung zum MVP, zum wertvollsten Spieler der NBA im Jahr 2007. Er war der erste europäische Spieler, dem dieses Ehre zu Teil wurde. Doch der eigentliche Höhepunkt, der Gewinn des Meistertitels, blieb Nowitzki und seinen Mavericks bislang verwehrt. In diesem Jahr kämpft er erneut darum, dieses Ziel zu erreichen - und seine Karriere damit komplett zu machen. Mit 32 Jahren ist er nicht mehr der Jüngste, nannte sich im "Stern" selbst einen "alten Mann". Wenn es dieses Mal nicht klappt mit dem Titel, klappt es vielleicht nie mehr.

Während es sportlich für Nowitzki meist nur aufwärts ging, hatte er privat nicht immer so viel Glück: 2009 geriet er in die Schlagzeilen, weil seine damalige Verlobte verhaftet worden war. Es stellte sich heraus, dass Nowitzki dem Medienvernehmen nach einer Betrügerin aufgesessen war, die bereits eine beachtliche kriminielle Karriere hinter sich hatte. Nowitziki hatte später gesagt, er werfe sich vor, "wohl ein bisschen naiv" gewesen zu sein.

Fit dank Pilates und Yoga

Der Sportler Nowitzki ist mit Sicherheit nicht naiv: Ihm war von Beginn an klar, dass Talent alleine nicht reicht, um in der NBA erfolgreich zu sein. Für seine Zukunft wünschen sich in Deutschland viele, dass er noch einmal in seinem Heimatland spielen würde. Zumindest scheint Nowitzki vom Basketball noch lange nicht genug zu haben - und weiß schon, worauf es künftig für ihn ankommen wird:  „Energie zu sparen wird in Zukunft immer wichtiger werden für mich", hatte er dem "Stern" gesagt. Er trainiere jetzt mit mehr Sinn für Nachhaltigkeit, mache Pilates und Yoga. Man darf gespannt sein, welche Wendungen die Sportgeschichte von Dirk Nowitzki noch bereit hält.

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