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Schweinsteiger-Verletzung: Eine kleine Perversion

Schweinsteiger-Verletzung

Eine kleine Perversion

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    Über ein Dutzend Journalisten wartete vor der Praxis von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt auf Bastian Schweinsteiger. Zu sehen bekamen sie dessen Bruder Tobias.
    Über ein Dutzend Journalisten wartete vor der Praxis von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt auf Bastian Schweinsteiger. Zu sehen bekamen sie dessen Bruder Tobias. Foto: Screenshot youtube

    Die Aufgabe von Journalisten ist es zu informieren. Auch zu kommentieren. Unterhaltsam darf es ruhig auch sein. Dabei fischen die Medienmacher größtenteils im Trüben. Sie wissen nicht, was die Leser, Hörer oder Zuschauer wirklich interessiert. Vieles beruht auf Mutmaßungen. Das ist nicht weiter schlimm. Schließlich hat der Rezipient (also der Leser, Hörer, Zuschauer) in Deutschland eine große Vielfalt zur Verfügung aus der er auswählen kann. Scheinbar.

    Denn mit dem Blick auf die Quote verlassen sich immer mehr Medienmacher auf den einfachen Erfolg. Stürzen sich Heerscharen von Journalisten auf Petitessen in der festen Meinung, es könnte den Rezipienten interessieren. Werden dem Rezipienten leicht verdauliche Häppchen serviert in der Sorge er könnte sich an einem großen Bissen verschlucken.

    Ist mit Quote alles zu erklären?

    Wo ist der Nachrichtenwert, wenn über ein Dutzend Journalisten vor der Praxis von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt auf Bastian Schweinsteiger lauert? Was mehr als ein paar verwackelte Bilder von einem Mann mit einem Gipsbein ist zu erwarten? Rechtfertigt ein Außenbandriss eines überdurchschnittlich guten Fußballers diesen Auflauf? Kann man das allein mit Quote und Auflage rechtfertigen? Macht man sich vielleicht lächerlich, wenn man mit einem Kamerateam anrückt, um die zehn Sekunden zu filmen, die Schweinsteiger zum  Hinaufsteigen der Stufen benötigt?

    Mit dem Interesse der Menschen am FC Bayern und Schweinsteiger allein ist es nicht zu begründen. Die Rezipienten werden erkennen, wenn ihnen auf Dauer Nichtigkeiten als exklusive Nachrichten verkauft werden.

    Der Rezipient emanzipiert sich

    Sie werden irgendwann nicht mehr Bilderstrecken von einem Neuzugang anklicken, auf denen der gute Mann lediglich hinter einem Fenster auf dem Beifahrersitz zu sehen ist (wie im Falle des Bayern-Neuzugangs (Xherdan Shaqiri).

    Sie werden auf einen Sender verzichten, der 200 Mitarbeiter anstellt um im Stile eines seriösen Nachrichtenprogramms live von Trainingsgelände eines Zweitligisten zu berichten.

    Es gibt guten Sportjournalismus. In überregionalen und regionalen Tageszeitungen. Im Fernsehen, Radio und Internet. Dazu gehört auch gut gemachter Boulevardjournalismus. Er darf nur nicht lächerlich sein und sich in Nichtigkeiten verlieren. Der Rezipient wird sich nicht auf Dauer klein halten lassen. Er emanzipiert sich immer mehr.

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