Der FC Bayern kann sich darauf freuen, ab Anfang April keine Englischen Wochen mehr vor sich zu haben. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Die Münchner treffen in der Champions League auf Manchester United. Philipp Lahm beweist Sinn für Ironie. Von Tilmann Mehl Von Tilmann Mehl

Vor der Auslosung zum Viertelfinale der Champions League hatten sie sich noch relativ gelassen gegeben beim FC Bayern. Bloß nicht Barcelona, war der einzige Wunsch. Der FC Barcelona ist es nun nicht geworden. Mit Manchester United hat es die Münchner nun aber ähnlich schwer erwischt. Vom viel besagten Bayern-Dusel kann wohl kaum die Rede sein.
Natürlich kommen sofort Erinnerungen an die Mutter aller Niederlagen hoch. An die Nacht im Mai 1999 in Barcelona. Als Manchester den Münchnern im Finale den Erfolg in den letzten Minuten noch entriss. Vergessen wird dabei, dass Bayern eigentlich eine gute Bilanz gegen Manchester hat. Zwei Siegen stehen vier Unentschieden und eben jene Niederlage aus dem Mai 1999 gegenüber. Unter anderem schalteten die Münchner die Elf von Sir Alex Ferguson auf dem Weg zum Titelgewinn 2001 aus. Doch die Statistik hat nichts mit den kommenden Duellen zu tun.
Während der FC Bayern seit dem Gewinn des Titels krampfhaft versucht, seine Mannschaft irgendwie in der Elite Europas unterzubringen, hat Manchester seine Vormachtstellung in England ausgebaut und dominiert zusammen mit dem FC Barcelona den europäischen Vereinsfußball.
Kein Wunder, dass die Stimmung auf dem Trainingsgelände des deutschen Rekordmeisters nach der Auslosung eher mau war. Trainer Louis van Gaal und Kapitän Mark van Bommel sprachen zwar von einem "schönen Los", erfolgreich wird die Veranstaltung gegen Manchester aus sportlicher Sicht wohl kaum werden. Zu vehement ziehen die Briten ihr Angriffsspiel durch, als dass man bei der durchlässigen Bayern-Abwehr an eine ernsthafte Chance glauben kann.
Philipp Lahm schert sich darum recht wenig und beweist Ironie, wenn er sagt, dass Manchester eine starke Mannschaft hat die man -Achtung - "auf keinen Fall unterschätzen darf."
Die Bayern haben als erstes Heimrecht (30./31. März) und treten eine Woche später in England an (6./7. April). Es wird wohl der letzte internationale Auftritt der Münchner in der laufenden Saison sein. Immerhin können sie sich dann auf die Bundesliga konzentrieren. Das ist beinahe schon die einzige gute Nachricht. Außer man zieht den möglichen Halbfinal-Gegner in der Champions League noch in Betracht. Dort würde dann entweder Bordeaux oder Lyon warten. Aber auch das dürfte wohl eher eine Durchgangsstation für Manchester auf dem Weg ins Finale sein. Tilmann Mehl
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