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Taskforce: Fangewalt in Fußballstadien: Dialog statt Verbot

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Fangewalt in Fußballstadien: Dialog statt Verbot

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    Innenminister Hans-Peter Friedrich, Theo Zwanziger und Reinhard Rauball während der Pressekonferenz  zum Thema Gewalt im Fußball.
    Innenminister Hans-Peter Friedrich, Theo Zwanziger und Reinhard Rauball während der Pressekonferenz zum Thema Gewalt im Fußball. Foto: dapd

    Wer beim Runden Tisch zum Thema Fußball und Gewalt im Bundesinnenministerium konkrete Maßnahmen erwartet hatte, der wurde enttäuscht. Stattdessen haben sich Bund, Länder und Fußballverbände am Montag darauf verständigt, eine Taskforce einzusetzen. In dem Gremium, das sich aus Vertretern von Politik, Fußballverbänden, Justiz und Fans zusammensetzt, sollen ab sofort Lösungsvorschläge erarbeitet werden, um Gewaltausbrüche im Umfeld von Fußballspielen besser einzudämmen.

    "Nicht alleine Problem des Fußballs"

    „Gewalt ist nicht allein ein Problem des Fußballs und kann daher nur in einem engen Miteinander von Politik, Polizei, DFB und DFL, aber insbesondere auch der Justiz bekämpft werden“, sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball nach dem Gespräch mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), DFB-Präsident Theo Zwanziger, Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU), Michael Gabriel von der Koordinationsstelle Fanprojekte sowie Vertretern von kommunalen Spitzenverbänden und weiteren Innenministern.

    Zuletzt war es immer wieder zu Gewalttaten in und um Fußballstadien gekommen, etwa, als Anhänger des Zweitligisten Dynamo Dresden beim Pokalspiel in Dortmund randalierten. Anschließend hatten sich einzelne Politiker für restriktivere Maßnahmen wie Alkoholverbot oder Stadionausschlüsse starkgemacht. Ob derartige Vorschläge in Zukunft umgesetzt werden, darüber solle die Taskforce befinden, sagte DFB-Präsident Zwanziger. „Die Taskforce muss ad hoc Lösungsvorschläge präsentieren, die sachgerecht wirken. Es soll keine Dauerkommission werden, sondern sie soll konkret und schnell handeln“, betonte er. Das Gremium soll dabei den beim ersten Runden Tisch im April 2010 beschlossenen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung der Gewalt im Fußball auswerten und, wenn nötig, weitergehende Maßnahmen vorschlagen.

    Einer Verschärfung von Stadienverboten hatte Liga-Präsident Rauball bereits vor den Gesprächen am Runden Tisch eine deutliche Absage erteilt. Bundesinnenminister Friedrich betonte, dass die Politik keine einzelnen Maßnahmen vorgeben werde. Lösungen vor Ort zu finden, sei Aufgabe der Fußballverbände und der Vereine. „Die meisten Fans sind friedlich“, sagte der Minister. Die Anzahl gewaltbereiter Fans bewege sich im Promillebereich. Friedrich sprach sich dafür aus, auch mit ihnen das Gespräch zu suchen. „Der Dialog mit den Fans ist ein Schlüsselfaktor, um dem Problem Herr zu werden“, sagte der CSU-Politiker.

    Verbot von Pyrotechnik bekräftigt

    Gemeinsam mit Rauball und Zwanziger bekräftigte Friedrich noch einmal das Verbot von Pyrotechnik in Stadien. In dieser Frage liegen Fangruppen der Ultraszene und Fußballverbände schon seit längerem im Clinch. Seit gestern ist klar: Es bleibt beim Nein für Feuerwerkskörper. Zudem einigte man sich darauf, dass der 1. Mai auch in Zukunft im deutschen Profifußball spielfrei sein soll. Vom Tisch sind Überlegungen, wonach Vereine an Kosten für Polizeieinsätze beteiligt werden sollten. Das lehnten die Fußballverbände ab.

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