München Was hat das Münchner Olympiastadion nicht schon alles geboten? Um alle wichtigen Titel im Weltfußball wurde dort gespielt, doch seit dem Auszug des FC Bayern und des TSV 1860 im Mai 2005 rollte der Ball dort nicht mehr. Vertraglich ist sogar geregelt, dass im Olympiastadion nicht gekickt wird und im Gegenzug in der Allianz-Arena keine Konzerte veranstaltet werden. Nur für das lange Finalwochenende der Champions League wird nun eine Ausnahme gemacht.
Weil dort, wo jetzt wieder sattes Grün entgegenstrahlt, für den Alltag mit Autorennen eine graue Betonpiste liegt, wurde für rund 400000 Euro ein Rasen verlegt, auf dem am Donnerstag (18 Uhr) der wichtigste kontinentale Titel im Frauenfußball vergeben wird. Vorjahressieger Olympique Lyon trifft dabei auf den deutschen Vertreter FFC Frankfurt, für den es um weit mehr geht als um die von der UEFA ausgelobte Siegprämie in Höhe von 250000 Euro. Die Frankfurterinnen müssen die Champions League gewinnen, um nächste Saison international vertreten zu sein. In der Bundesliga hinkt das mit Nationalspielerinnen gespickte Starensemble hinter dem Dauerrivalen Turbine Potsdam und dem Emporkömmling VfL Wolfsburg hinterher, im Pokal gab es jüngst die 0:2-Finalniederlage gegen den FC Bayern München – und obendrein Ärger um die verschwiegene Bänderverletzung von Nationalspielerin Lira Bajramaj, deren Einsatz am Donnerstag fraglich ist.
Die Kulisse im Olympiastadion wird auf jeden Fall stimmen. Mehr als 37000 Tickets wurden verkauft. Womit deutlich mehr Besucher als bei den bisherigen Champions-League-Endspielen 2010 (10000 in Getafe) und 2011 (14000 in London) im Stadion sein werden. Und auch der Weltrekord von 28112 Fans für Vereinsspiele ist geknackt.