Mehrere vermummte Personen haben den Fußballer Daniel Bauer vom Viertligisten 1. FC Magdeburg an dessen Haustür bedroht. Wie die "Bild"-Zeitung am Montag berichtete, hatte der Mittelfeldspieler am Donnerstagabend in dem Glauben, ein Pizza-Lieferdienst habe geklingelt, die Haustür geöffnet. Doch stattdessen standen mehrere Personen mit Masken in den Magdeburger Vereinsfarben vor dem Wohnungseingang des 29-Jährigen. Diese drohten mit Konsequenzen, sollte Magdeburg das Sachsen-Anhalt-Derby am Sonntag gegen den Halleschen FC nicht gewinnen.
Umgehend die Stadt verlassen
Laut der "Mitteldeutschen Zeitung" warnten die Maskierten den ehemaligen Kapitän Bauer mit den Worten: "Das ist nur die Vorwarnung. Wenn sich gegen Halle nichts tut, kommen wir wieder." Nach Angaben der Zeitung verließ Bauer zusammen mit seiner Freundin daraufhin umgehend die Stadt und ließ sich von seinem Klub für das Spiel gegen Halle freistellen. Aus Angst sei Bauer nach dem Vorfall nicht zur Polizei gegangen, sagte Magdeburgs Präsident Peter Fechner der "Bild"-Zeitung. Allerdings stellte der Klub Strafanzeige.
"Höchst kriminell"
"Es gibt einige gewalttätige Tendenzen im Lizenzbereich, die jetzt auch in den unteren Ligen Einzug halten. Aber was in diesem konkreten Fall passiert ist, ist höchst kriminell", zitierte die "Mitteldeutsche Zeitung" Werner Georg, den Präsidenten des Landesverbandes.
Gewalttätige Auseinandersetzungen
Am Sonntag kam es nach der Partie, die 0:0 endete, zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Klubs und der Polizei. Beamte seien von Magdeburg-Fans mit Sitzschalen und Absperrgittern sowie von HFC-Anhängern mit Pyrotechnik beworfen worden, teilte die Polizei mit. (dapd)