Der TSV 1860 München verabschiedet sich mit dem 0:1 gegen Ahlen endgültig aus dem Aufstiegsrennen. Einige Löwen-"Fans" rasteten während und nach der Partie aus. Von Benjamin Schäling

Beim TSV 1860 München geht es wieder einmal drunter und drüber. Fernab des grünen Rasens streiten sich die Löwen mit dem großen Bruder FC Bayern um das liebe Geld. Und sportlich geht es immer weiter bergab.
Nun kommt es noch dicker: Nicht nur das Spiel gegen den Tabellenletzten RW Ahlen ging mit 0:1 sang- und klanglos verloren, während und nach der Partie kam es zu Eklats. Zuerst wurde Ahlens überragend haltender Torwart Sascha Kirschstein von einem Feuerzeug aus dem Löwen-Fanblock an der rechten Schläfe getroffen.
Der allerdings machte aus der gemeingefährlichen Attacke keine große Sache: "Ich bin ein harter Hund. Jetzt nehme ich eine Tablette und damit hat sich's", so Kirchstein. Einen bösen Schnitzer leistete sich auch Stadionsprecher Stefan Schneider nach dem Vorfall: "Lasst Euch von Ahlens Torwart nicht provozieren", posaunte er in Anspielung auf den getroffenen Kirschstein durch die Arena. "Das hat mit Fairness nichts zu tun", befand Ahlens Coach Christian Hock.
Bei 1860 dämmerte nach dem Spiel wohl einigen, was der Wurf für Folgen haben könnte. Trainer Ewald Lienen bezeichnete das Verhalten der "Fans" als "kriminell". Auch Alexander Ludwig, der beste Löwen-Spieler an diesem Abend, sah die Angelegenheit nicht so lässig wie Kirschstein: "Das war einfach unter aller Kanone", meinte der Mittelfeldspieler zu den Fan-Attacken.
Nach dem Spiel ging die Wut einiger so genannter "Fans" sogar noch weiter. Zwei Chaoten verschafften sich Zugang zum Stadioninneren und attackierten Schiedsrichter Markus Wingenbach auf dem Spielfeld. Einer der beiden schubste den Unparteiischen, wurde aber gleich von Ordnern eingefangen. Wie die Chaoten auf das Feld gelangen konnten, ist bisher nicht klar.
1860 rechnet wegen der Vorfälle mit einer saftigen Bestrafung durch den DFB. Von Geldstrafe bis Platzsperre scheint alles möglich. "Der Verein wird eine hohe Geldbuße bezahlen müssen", vermutete 1860-Sprecher Robert Hettich bereits kurz nach Spielende. Die Personalien der "Fans" wurden aufgenommen. Auch sie müssen mit einer harten Strafe rechnen. Benjamin Schäling
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