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Kommentar: Magath scheitert am Geld

Kommentar

Magath scheitert am Geld

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    Magath scheitert am Geld
    Magath scheitert am Geld

    Das ganz Gemeine ist’s, das ewig Gestrige, was immer war und immer wiederkehrt. Und morgen gilt, weil’s heute hat gegolten.“ (Aus „Wallensteins Tod“)

    Friedrich von Schiller hat Felix Magath nicht gekannt. Der Lauf der Dinge wollte es so, dass die Schaffenszeit des Dichters nicht in die des Bundesligatrainers fiel. Aber schon Schiller wusste, welche Gefahr Stillstand birgt. Magath ist er zum Verhängnis geworden. Der 58-Jährige hat sich als Mann des kurzlebigen Erfolgs entpuppt, weil er konzeptlos wirkt in der heutigen Trainergilde, die mit „Matchplänen“ und „Arbeit gegen den Ball“ um sich wirft.

    In Stuttgart, München oder Gelsenkirchen hat er bewiesen, dass er Spieler zu Siegertypen formen kann; den Plastikklub VfL Wolfsburg hat er gar zur Meisterschaft geführt. Aber Erfolg ist vergänglich. Bei Magath scheint er nur auf körperlicher Fitness und Einzelkönnern zu basieren. Eine Zeit lang kann das funktionieren. Mittelfristig eine Mannschaft weiterzuentwickeln, vermochte „Quälix“ so jedoch nie. Dazu wirkte er oft zu einfallslos, zu abwartend. Irgendwie ewiggestrig eben.

    Vereinspräsidenten lassen ihn gewähren

    Der Machtmensch Magath hat sein Scheitern selbst eingeleitet. Er versuchte sich zugleich als Trainer, Manager und Geschäftsführer; und er sprach mehr mit Medien als mit seinen Spielern, die er so gegen sich aufbrachte. Vereinspräsidenten und Vorstandsvorsitzende ließen ihn stets lange gewähren – in der Hoffnung auf Erfolg.

    Mehr noch beeinträchtige Magaths Wirken die Verlockung des Geldes: erst die vielen Millionen des russischen Gaslieferanten Gazprom auf Schalke, dann die des Automobilkonzerns VW in Wolfsburg. Magath warf mit Geld um sich, schuf im Kaufrausch ein Paradies für Spielerberater und deren Schützlinge. Immer wieder stopfte er seinen Kader mit überteuerten Balltretern voll, tauschte den einen für den anderen. Ein Mannschaftsgefüge konnte so nicht entstehen.

    Mit vollem Geldspeicher ging Magath nun unter. Von einem Schachspieler, der gerne den Kopf bemüht, hätten nicht nur Wolfsburgs Auto-Bosse mehr strategisches Geschick erwartet.

    Der Trainer Magath kann wieder Erfolg haben. Im günstigsten Fall stellt ihn ein Klub ein, der sparen muss und nicht auf große Namen setzen kann. Auf Schalke und in Stuttgart hat das eine Zeit lang bestens funktioniert.

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