Dem FC Schalke wurde beim 0:0 gegen den SC Freiburg ein Tor geklaut. Dem Schiedsrichter ist deshalb niemand böse. Der Zorn richtet sich gegen FIFA und UEFA. Die denken aber gar nicht daran, zu handeln. Von Bejamin Schäling

Die schlichtweg wichtigste Frage im Fußball ist: Tor oder kein Tor. Wenn es dann wieder einmal kein Tor gibt, das eigentlich eines war, ist die Aufregung groß. Jüngstes Beispiel ist Marcelo Bordons nicht gegebener Treffer beim Bundesligaspiel zwischen Freiburg und Schalke (0:0) am Samstag.
Wie schon so oft setzt nun eine rege Debatte um den Einsatz technischer Hilfsmittel wie den Chip im Ball ein. Erstaunlicherweise geht die Debatte nur in eine Richtung, denn niemand außer den Entscheidungsträgern beim Weltverband FIFA scheint gegen die Einführung dieser Mittel zu sein. DFB-Lehrwart Eugen Striegel sprach sich einmal mehr klar für den Chip aus: "Die Schiedsrichter würden den Chip gerne sehen, sofern das System funktioniert." Schalke-Trainer Felix Magath und Freiburgs Robin Dutt schlossen sich dieser Meinung an. Magath drastischer als Dutt: "So lange Amateure über Profis bestimmen, müssen wir damit leben", sagte er in Anspielung auf die Unwilligkeit der FIFA-Oberen, den Chip im Ball einzuführen.
Technologie auf dem Markt und mittlerweile fehlerfrei
Die erforderliche Technologie ist seit einiger Zeit auf dem Markt und nach anfänglichen Mängeln inzwischen fehlerfrei. Bei der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2007 in Japan wurde das System schon getestet. Ein Magnetfeld überwacht dabei den Strafraum und kommuniziert mit einem Chip im Ball. Ob der Ball in vollem Umfang über der Linie war, meldet das System dem Schiedsrichter dann auf einer Art Armbanduhr. Die FIFA entschied sich bislang immer gegen den Computer-Chip und für menschliche Torrichter. Die Begeisterung dafür hält sich im Profifußball aber in Grenzen. "Es wird immer wieder Situationen geben wie in Freiburg, die nur der Chip zweifelsfrei klären kann", sagt Striegel. Torkameras hält der Lehrwart für unzureichend, denn dabei müsse das Spiel unterbrochen werden.
Schiedsrichter Dr. Jochen Drees, der Bordons Tor nicht anerkannt hatte, machte sich nach dem Spiel ebenfalls mit einer deutlichen Aussage für den Chip stark: "Ich wäre sofort dafür. Ich weiß nicht, ob einer meiner Kollegen dagegen wäre", sagte Drees, der für seine Fehlentscheidung weder von Magath noch von den Schalker Spielern beschuldigt wurde. FIFA und UEFA allerdings wollen vom Chip nichts hören. UEFA-Chef Michel Platini bekräftigte jüngst, dass er weitere Schiedsrichterassistenten bevorzuge. Bejamin Schäling
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