Spieler und Verantwortliche der Bremer wurden spätestens stutzig, als der Schiedsrichter in der Partie gegen den AZ Alkmaar zehn Minuten nachspielen ließ. "Dem hat das Spiel wohl gut gefallen. Ich hoffe nicht, dass andere Dinge dahinter steckten", witzelte Klaus Allofs noch unmittelbar nach dem 2:1-Erfolg.
Nun hat sich herausgestellt, dass wahrscheinlich der international gesperrte bulgarische Schiedsrichter Lachezar Ionow die Partie pfiff. Nach Werder-Angaben war das Schiedsrichter-Gespann über eine Agentur bestellt worden, die den AZ Alkmaar im Trainingslager betreute. Es handelte sich angeblich um Teilnehmer an einem Schiedsrichter-Trainingscamp. Ursprünglich sollte demnach Raitscho Raitschew aus Bulgarien die Partie leiten. Doch der Schiri hat sich Medienangaben zufolge krankheitsbedingt in seiner Heimat aufgehalten.
Offenbar hat sich der gesperrte Lachezar Ionow als sein Kollege ausgegeben. "Wir haben den DFB über diese Gerüchte in Kenntnis gesetzt", erklärte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs. Da auch auf Testspiele Wetten abgeschlossen werden können, ist eine versuchte Manipulation nicht auszuschließen.
Trainer Thomas Schaaf sah die Angelegenheit eher von der heiteren Seite: "Die Frage war ja, wie lange er noch spielen will. Ich weiß nicht, ob er bis zum Frühstück durchgehalten hätte."
Immerhin haben die Bremer Spieler so eine nicht eingeplante zehnminütige Konditionseinheit eingelegt.