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Kommentar: Quo vadis, TSV 1860 München?

Kommentar

Quo vadis, TSV 1860 München?

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    Abwehrspieler Kai Bülow vom TSV 1860 München.
    Abwehrspieler Kai Bülow vom TSV 1860 München. Foto: dpa

    Das Schicksal des Vereins spaltet die Fans mehr denn je. Fatal daran ist, dass alle mit ihrer Meinung irgendwie recht haben. Die einen wollen, dass der TSV 1860 München nach einer Insolvenz einen geordneten Neustart in der Bayernliga beginnt, die anderen hoffen auf ein Finanzpaket, das den Löwen zumindest für ein oder zwei Jahre weiterhin Profifußball garantiert. Doch was wäre richtig und was wäre falsch?

    Vor einer ähnlichen Situation standen die Löwen bereits 2006. Damals halfen die Bayern dem Lokalrivalen schon aus reinem Selbstinteresse. Bayern-Präsident Uli Hoeneß gilt als kühler Rechner, und der rechnete seinen Präsidiumskollegen schnell vor, wie viele Millionen Euro seinem Verein ohne zusätzlichen Stadion-Mieter durch die Lappen geht. Doch der TSV 1860 hat sich in diesen Jahren, bis heute 2011, alles andere als erholt. Im Gegenteil. Diese Zeit in der 2. Liga hätte man sich auch sparen können. Die Löwen hangelten sich als graue Maus von Saison zu Saison. 1860 kämpfte in einer nicht einmal halb gefüllten Arena entweder gegen den Abstieg oder man dümpelte im Mittelfeld umher und schließlich häufte sich ein noch größerer Schuldenberg an. Ein ähnliches Szenario in den kommenden Jahren befürchten die Befürworter eines Neuanfangs. Im Prinzip könnte den Verein nur ein zeitnaher Bundesliga-Aufstieg retten. Doch wer kann den schon garantieren?

    Doch auch ein Neuanfang würde viele Fragen aufwerfen. Kaum ein Verein in Deutschland leistet eine solche hervorragende Jugendarbeit wie der TSV 1860. Als Bayernligist würde sich diese in diesem Stil nicht mehr fortsetzen lassen. Vorrangig taucht dann auch die Stadionfrage auf. Wo wollen die Löwen spielen?

    Das Grünwalder Stadion wird nach dieser Saison wegen Umbaus gesperrt. Als Bayernligist ins Olympiastadion – klingt abenteuerlich. Wenn die Löwen nach Unterhaching ausweichen, werden sich die Fans ebenfalls bedanken. Außerdem müsste sich der TSV 1860 von A bis Z einen neuen Kader zusammenstellen. Ein Benjamin Lauth oder ein Daniel Bierofka wird wohl kaum Punktspiele in Aindling oder in Seligenporten bestreiten. Und auf wie lange richtet sich der Klub im Amateurfußball ein? Zwölf Jahre quälte sich der TSV 1860 in der Bayernliga nach dem Zwangsabstieg im Jahr 1981.

    Was passiert also mit dem TSV 1860? Frisches Geld oder Bayernliga? Man kann es drehen und wenden, wie man will, es entsteht immer der Eindruck, so wie es kommt, ist es der absolut falsche Weg.

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