Nach Informationen von bild.de tagten die Bayer-Bosse um Sportchef Rudi Völler und Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser ab 9 Uhr und informierten anschließend Robin Dutt über seine Entlassung. Die Trennung nach nur neun Monaten in Leverkusen? Fakt ist: Der 1. FC Köln hat für 11.30 Uhr zu einer außerordentlichen Pressekonferenz geladen.
Nach einer katastrophalen Leistung beim 0:2 gegen den SC Freiburg hatten die Fans ungewöhnlich scharf reagiert: Minutenlang musste Dutt Hohn- und Spottgesänge von den Rängen ertragen. Selbst SC-Trainer Christian Streich, Dutts Kollege aus früheren Freiburger Zeiten, war entsetzt: "Am Anfang habe ich gedacht, ich höre nicht richtig. Das hat mir in der Seele wehgetan."
Die Bayer-Verantwortlichen hielten sich unmittelbar nach der fünften Pflichtspielniederlage in Serie bedeckt. Lediglich Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser äußerte sich im Express: "Es ist alles offen. Wir werden aber trotz der Situation nicht in Hektik verfallen."
Dutt selbst zeigte Verständnis für die Fans. "Das war eine der schlechtesten Leistungen, die wir diese Saison gezeigt haben. Da muss man auch alle Reaktionen verstehen, die stattgefunden haben. Da gibt es keine Kritik in irgendeine Richtung, dafür bin ich verantwortlich", sagte der Coach, der nach dem Spiel emotional sehr berührt und doch gefasst wirkte. Er habe noch längst nicht aufgegeben. "Wenn ich der Aufgeber-Typ wäre, säße ich doch schon nicht mehr hier", entgegnete Dutt.
Solbakken in Köln unter Druck
Ebenfalls ordentlich Feuer am Dach ist auf der anderen Seite des Rheins. Nach dem 1:2 beim FC Augsburg kochten nicht nur die Fans, die bei der Fahrt zum Flughafen den FC-Bus stoppten, auch FC-Geschäftsführer Claus Horstmann platze offenbar der Kragen. Der Express berichtet in seiner Online-Ausgabe von einer zwei Minuten langen Brüll-Arie, bei der auch die Worte "keine Kerle" und "Memmen" gefallen sein sollen.
Für Trainer Stale Solkakken dürfte die Luft nach der erneuten Niederlage und dem Abrutschen auf einen Relegationplatz in jedem Fall dünn werden - und das ist auch dem Norweger klar. Als auf der Pressekonferenz Solbakkens Handy klingelte, witzelte er: „Das ist meine Frau. Die will wissen, ob ich morgen noch eine Arbeit habe.“